Pierre Magnan

Die literarische Rubrik: Tipps und Kritiken der französischen Werke und Autoren

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Pierre Magnan

Beitragvon tessi » So, 04. Jan 2009 20:16

Diesen Autor empfehle ich allen Liebhabern altmodischer Krimis (und unserer „Süd-Ost“- Fraktion sowieso - als Appetitmacher auf die Provence in kalten Wintermonaten!).

Der kauzige, beleibte und schon etwas in die Jahre gekommene Kommissar Laviolette löst seine Fälle auf unkonventionelle Weise. Die Geschichten spielen in den 80’ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Man staunt, wie rückständig die technischen Möglichkeiten und Ermittlungsmethoden in dieser Zeit noch waren. Dadurch kommen allerdings die Kombinationsgabe und die Intuition des Kommissars besser zur Entfaltung. Die Beschreibung von Land und Leuten ist köstlich und entbehrt nicht eines gewissen Humors.

Ich habe zu Weihnachten den Band Das Zimmer hinter dem Spiegel (ein Krimi in bester Who-done-it- Manier) geschenkt bekommen und freue mich schon auf die nächsten Ermittlungen mit Kommissar Laviolette.

Weitere Bücher von Pierre Magnan sind
Tod in Bronze
Und
Tod unter der Glyzinie
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Beitragvon Cristobal » Do, 08. Jan 2009 13:25

merciWIKI hat geschrieben:In einem Essai d’autobiographie (in Ma Provence d’heurese rencontre, 2005) schreibt er[1]:

„Französischer Autor, geboren in Manosque am 19. September 1922. Knappes Studium an der weiterführenden Schule seiner Heimatstadt bis zum Alter von 12 Jahren. Von 13 bis 20 Jahren Schriftsetzer in einer lokalen Druckerei, Jugendarbeitsdienst (damals dem Militärdienst gleichgestellt), dann Fahnenflüchtiger vom Service du Travail Obligatoire, flüchtet er sich in einen Maquis des Isère.

Veröffentlicht 1946 seinen ersten Roman, L'aube insolite, mit einem gewissen Achtungserfolg, beifälliger Kritik, insbesondere von Robert Kemp, Robert Kanters, aber die Öffentlichkeit stimmt ihm nicht zu. Drei weitere Romane folgen mit dem gleichen Misserfolg.

Der Autor tritt, um zu leben, dann in eine Kühlspedition ein, wo er 27 Jahre bleibt, allerdings weiterhin Romane schreibend, die niemand veröffentlicht.

1976 wird er aus wirtschaftlichen Gründen entlassen und profitiert von seiner erzwungenen Freizeit mit dem Schreiben eines Kriminalromans, Le sang des Atrides, für den er 1978 den Prix du Quai des Orfèvres erhält. Dies der Anfang, er ist 56 Jahre alt, einer neuen Karriere, in der er für La maison assassinée den Prix RTL-Grand public erhält, den Prix de la nouvelle Rotary-Club für Les secrets de Laviolette, und noch einige andere dazu.

Pierre Magnan lebt heute in Forcalquier. Die Weisheit hat ihm vorgeschrieben, sich bewohnten Orten zu nähern und sich von Überflüssigem zu trennen. Daher enthält seine Bibliothek nur 25 Bände der Pléiades und einige zerlumpte, weil zuviel gelesene Bücher. Er liebt die Weine des Bordeaux (rote), Spaziergänge alleine oder in Gruppen, Tiere, Gespräche mit seinen Freunden aus den Basses-Alpes, Nachdenken über sein Lebensumfeld.

Er ist apolitisch, asozial, gallig, agnostisch und, wenn man es zu schreiben wagt, aphilosophisch.“



Sehr sarkastisch...
Schreibt er auch so?
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Beitragvon tessi » Do, 08. Jan 2009 20:53

Nein Cristobal, zumindest nicht in dem Buch, das ich gelesen habe.

Wenn die Charakterisierung wirklich auf Magnan zutrifft, kann er diese Lebenseinstellung jedenfalls ziemlich gut verbergen.

Ich hatte nicht den Eindruck, dass er sich noch Illusionen über das Gute im Menschen hingäbe, aber in "meinem Krimi" hat er weder moralisierend noch sarkastisch geschrieben. Da sind die Geschichten von Deinem (an der Menschheit verzweifelnden) Lieblingsautor Izzo schon von ganz anderem Kaliber! :wink:
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Beitragvon Cristobal » Do, 08. Jan 2009 22:43

Das heißt - rein :roll: mathematisch :

=KLEINER ALS
[...12 Tote, eine Vergewaltigung, eine verprügelte Frau, ein zusammengeschlagener Polizist... und das auf weniger als 250 Seiten!!!]

:grin:
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Beitragvon tessi » Do, 08. Jan 2009 23:38

G E N A U :D

Und das empfand ich ausgesprochen wohltuend! :P :wink:

(Obwohl ich gestehen muß, dass ich keine Ruhe hatte, bis ich die komplette Trilogie von Izzo durchgelesen hatte)
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Beitragvon Cristobal » So, 11. Jan 2009 11:27

:?: Warst du inzwischen schon mal drunten in Marseille ?
(Sofern ich mich recht entsinnne, warst Dus glaub ich vor der Lektüre noch nicht....)
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Beitragvon tessi » Mo, 12. Jan 2009 16:13

Nein, ich war leider noch nie so tief im Süden. Aber dieses Jahr komme ich Marseille wenigstens ziemlich nahe, ich werde ein paar Tage in Aix sein!!! :D :jump: :D :jump: :D
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Beitragvon Cristobal » Mo, 12. Jan 2009 16:48

Das is ja dann wirklich nur ein Katzensprung :sport:
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Beitragvon tessi » So, 25. Jan 2009 20:27

Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja sogar eine Gelegenheit für einen Abstecher! :D

Ich werde mir auf jeden Fall vorher auf AOX noch mal die guten Tipps anschauen, die Du uns auf unserer virtuellen Reise im Wohnmobil gegeben hast. :wink:
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Beitragvon nebenstelle » Mo, 09. Feb 2009 22:51

:shock: :shock: :shock: Also, ich bin ja erst auf Seite 53, aber was sich bis dahin abspielt, ist um Welten blutrünstiger als alles, was ich bei Izzo gelesen habe!

Noch der letzte eingetrocknete Blutspritzer an der Wand im Haus der gemeuchelten Familie wird mit Hingabe beschrieben!

Ok, vielleicht hätte ich doch mit Deinem Buch (wie heisst das eigentlich auf Französisch?) starten sollen, nicht mit "La maison assassinée". :wink:

Empfehlen kann ichs trotzdem, packend dieses rauhe Leben (und Morden :grin: ) im hintern Lubéron zur Zeit des Eisenbahnbaus!
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Beitragvon tessi » Di, 10. Feb 2009 14:15

Tja, nebenstelle, ich kenne bisher nur das eine Buch von Magnan (der Originaltitel lautet: Le sang des Atrides) und das zeichnet sich wirklich nicht durch besondere Brutalität aus. Ich fand die etwas merkwürdige Geschichte, aber vor allem die Schilderung der Verhältnisse in dem Städtchen Digne und die Charakterisierung der Protagonisten sympathisch.

Von der maison assassinée hatte ich bisher noch gar nichts gehört. Aber auf Deinen (trotz der Blutrünstigkeit) interessanten Hinweis habe ich mich im Internet über den Inhalt schlau gemacht und da ist mir wieder eine uralte Erinnerung hochgekommen. :shock:

Mir scheint, Magnan könnte eine Vorlage zu seinem Plot in einem Fall gefunden haben, der sich in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einem abgelegenen Dorf namens Hinterkaifeck in Bayern wirklich zugetragen hat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hinterkaifeck

Ich hatte von diesem unaufgeklärten Verbrechen mal während meines Studiums gehört, mich aber nicht weiter dafür interessiert. Die Parallelen zwischen den Vorgängen in Hinterkaifeck und der Geschichte in dem Buch La maison assassinée scheinen mir nach der Inhaltsangabe jedenfalls mehr als nur zufällig. Und vielleicht hat das Buch, das ja auch ein wenig unheimlich sein soll, wiederum den Film „Hinterkaifeck“ (Genre Mystery) inspiriert, der, wie ich ebenfalls ergooggelt habe, im März in die Kinos kommen soll.
http://www.sueddeutsche.de/bayern/612/428367/text/

Das sind bisher nur meine ganz persönlichen Mutmaßungen, die ich aber unbedingt überprüfen möchte, wenn ich mit meinem französischen Harry Potter (erst Seite 371 :evil: ) jemals fertig werden sollte. Vielleicht lege ich ihn auch mal ein paar Wochen zur Seite und begebe mich schon vorher auf Spurensuche.

Ich würde mich freuen, wenn Du uns während der Lektüre über Deine Meinung zu dem Buch auf dem Laufenden hältst.
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Beitragvon Cristobal » Mi, 11. Feb 2009 10:33

Diese Bayern: Selbst bis ins tiefste Frankreich hinein haben sie Vorbildcharakter. :lol:

In D lief übrigens schon ein Prozess zum Thema Urheberrechte und Hinterkaifeck. :wink: oder läuft noch :roll:
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Beitragvon tessi » Mi, 11. Feb 2009 17:04

Aha!!! Du bist anscheinend auf dem Laufenden!

Was hältst Du davon, wenn wir das Buch in einem „cercle littéraire“ gemeinsam lesen und unsere Vergleiche zu Hinterkaifeck anstellen?
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Beitragvon nebenstelle » Mi, 11. Feb 2009 17:51

Bin ja ums gespannter wie (bayerisch :wink: ) es weitergeht! Kannte diese schaurige Geschichte aus dem Nahen Osten :wink: gar nicht!

Lesezirkel find ich gut. Ich halt Euch auf alle Fälle auf dem Laufenden. Heute abend gehts weiter mit dem nächsten Kapitel.
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Beitragvon tessi » Mi, 11. Feb 2009 20:38

:jump:

Aber noch nicht den Inhalt verraten! :wink:
Ich besorg mir am Wochenende das Buch!
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