Westlothringen

Die touristische Rubrik: Eure liebsten Städte und Landschaften in Frankreich

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Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Sa, 17. Aug 2019 18:23

Auch wenn hier von Avonlea ja gerade Werbung für die Bretagne gemacht wird und das Reisebüro Appetit auf Korsika macht, wollen wir uns im September im westen Lothringens ein wenig auf die Spuren von Jeanne d'Arc begeben, das wird aber wohl kaum reichen um in Lothringen mehr oder weniger eine Woche zu füllen.

Daher meine Frage an euch was muss man noch gesehen haben? -Also westlich der Linie Metz-Nancy, Nancy wird wohl der Startort sein, Maginot-Linie wäre bestimmt interessant, ist ja aber meistens östlicher gelegen, soweit ich das bislang recherchieren konnte. Den Touripass für Lothringen habe ich schon beantragt und hoffe das in dem Brief auch ein paar Prospekte in Papierform dabei sind, manchmal ist Papier blättern halt schöner, als durchs Netz zu scrollen.

Also, gerne her mit euren Tipps.
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Re: Westlothringen

Beitragvon Avonlea » So, 18. Aug 2019 14:47

Da war ich auch noch nicht, aber 2017 führt die Tour de France durch die Gegend. Die Kurorte an der Mosel bei Sierck-les-Bains fand ich dabei ganz hübsch. Leider im Schatten von Cattenom...
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Re: Westlothringen

Beitragvon michelmau » Di, 20. Aug 2019 09:32

Die kleine Stadt Bar-le-Duc( 15500 Einwohner ) nicht verpassen. Die Oberstadt ( ville-haute ) ist ein Prachtstück im Renaissance-Stil und von dort oben hat men eine wunderschöne Aussicht aufs Tal und auf die moderne Stadt (weniger interessant).Ich kenne den Ort ziemlich gut , weil ich dort meinen damals obligatorischen Militärdienst ableistete.
https://www.tourisme-meuse.com/fr/decouvrir/incontournables/bar-le-duc-ville-d-art-et-d-histoire.html
Eine kurze Tour ( in Musik ) durch die Altstadt :
Bar le Duc city blues :
https://www.youtube.com/watch?v=3CTtAta8xXM
Nancy kenne ich auch ziemlich gut : war nämlich Student dort
Vor allem die "place Stanislas " nicht verpassen...auch ein Prachtstück. ;) ;)
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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Mi, 21. Aug 2019 18:12

Bar-le-Duc kreiste mir irgendwie auch im Kopf rum, danke für die Tipps.
Das Visum ist heute schonmal eingetroffen :-D
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Hatte ja als Generation zwischen Papier und Internet die Hoffnung noch viel Papier zum blättern dazu zu bekommen, aber so muss ich dann im Netz blättern....

Na, und die Place Stanislas habe ich natürlich schon im Blick:
https://www.nancy.fr/etonnante/decouvrir/webcams-200.html
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Re: Westlothringen

Beitragvon Avonlea » Mi, 21. Aug 2019 20:06

jollylolly hat geschrieben:Das Visum ist heute schonmal eingetroffen :-D

Vorbildlich, Jollylolly! Zu anderen Zeiten ist man von östlich des Rheins einfach einmarschiert. :mrgreen:
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Re: Westlothringen

Beitragvon Andergassen » Mi, 21. Aug 2019 23:58

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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Do, 22. Aug 2019 19:03

Genau, deshalb mit Visum, wobei man als "Ostrheinischer" natürlich weiß, wie man auch ohne Visum ins Land kommt, man konnte ja sogar Fahrzeuge an der "Ligne-Maginot" vorbeibringen...., aber das ist ja hoffentlich Vergangenheit und muß auch nicht wieder notwendig werden.
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Re: Westlothringen

Beitragvon Souris » Mi, 04. Sep 2019 21:36

Warst du schon mal in Metz? Ich finde die Stadt ganz nett...
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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Do, 05. Sep 2019 20:33

Oh ja, in Metz sind wir schon gewesen.
Nach Findung einer Bleibe südlich von Nancy wird dieser Ort wohl unserer Hauptdrehpunkt werden, dabei war die am Lac de Madine auch nicht schlecht, aber passte nicht zum Datum.
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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Mi, 02. Okt 2019 17:41

Viel zu schnell ging die Woche wieder rum, aber trotz Regen haben wir einen guten Urlaub gehabt.

Nach kurzer Anreise(530km) erreichen wir unser Ziel Rosières-aux-Salines, die Wohnungsübergabe ging schnell und unkompliziert, wenn dann jemand noch die Email richtig gelesen hätte, wäre sogar noch schneller gegangen. Und schon haben wir uns "installiert" und können Einkaufen fahren.
Durch diese "hohle Gasse" mussten wir kommen ;-) :
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Nach einem kleinem Abendessen in unserem Haus, war der Tag auch schon vorbei.

Am nächsten Tag erkunden wir den Ort, die Kirche und die Fontaine St. Pierre sind recht frisch renoviert:
Bild
Bild
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(keine Ahnung warum der Bildhoster die Bilder alle auf die Seite legt.....

Außer 2 Bäckern, einem Kebap-Imbiss, einem Pizzabäcker der nur "á emporter backt" einer Superette und einem Bar-Tabac ohne Bar ist Touristisch auf den ersten Blick nicht besonders viel geboten, aber so ist es wohl in einer Schlafstadt.

Heute ist auch noch Tag des offenen Denkmals und wir sehen viele Menschen in Gewändern des 16.-18.Jahrhunderts, die die örtlichen Monumente Präsentieren, wie z.B. den Beffroi "Ban-Ban"(heist so weil die Glocken Ban-Ban machen).
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Außerdem noch erhaltene Gebäude aus dem 15.-17.Jahrhunderts und natürlich die ehemalige Saline und heutzutage wieder Haras national(wenn auch viel kleiner, als vor bwz. zwischen den Weltkriegen). Mein Halbwisssen zum Haras und zur Saline beruht auf Erzählungen zweier engagierter Ehrenamtlichen des Mini-Museums "Sel et Selle", die uns die Geschichte nicht nur auf französisch, sondern auch auf deutsch(was die beiden vor X-Jahren in Schule lernten).
Man merkte vor Hunderten von Jahren das an einer Stelle im Ort Rosen besonders gut wuchsen und stellte nach einer kurzen 10m tiefen Bohrung fest, das es Mengen an Salzwasser gibt. Daher der Ortsname "Rosières-aux-Salines".
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Daraufhin errichtete der Herzog von Lothringen hier am Ort eine der größten Salinen Ihrer Zeit, die Verdunstungsanlage war mehr als einen Kilometer lang, das Salz musste nach dem Verdunstungsprozess aber dennoch noch in Pfannen ausgekocht werden um es trocken genug zu bekommen um es Handeln zu können. Holz zum befeuern der Kochstellen kam aus den nahen Vogesen über die Meurthe per Schiff.
Diese Saline brachte dem Herzog Zeitweise 1/3 seiner Einnahmen aus dem Salz der 4 Salinen(Dieuze, Moyenvic, Chateau-Salins und Rosieres), jedoch war Rosieres recht abgeschieden und die Rentabilität lies nach, so dass 1760 die Saline geschlossen wurde.

Aber schon 1768 wurde auf dem Salinengelände der Haras national de Rosières-aux-Salines gegründet, hier wurden Pferde ausgebildet und gezüchtet und natürlich wurde hier auch einfach geritten und Kutsche gefahren.
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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Mi, 02. Okt 2019 18:51

Bis kurz vor dem 1.Weltkrieg lief alles recht gut, dann jedoch wurden die Pferden für den Krieg benötigt und der Haras wurde als Kaserne benutzt. Erst nach dem 2.Weltkrieg im Jahre 1954 wird hier wieder Pferdezucht betrieben, aber in viel kleinerem Maßstab als zu den besten Zeiten.
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Nach dem ganzen gehörten laufen wir durch die neuen modernen Pferdeställe und Reitanlagen, die aber in Privatbesitz und Betrieb sind ans Wasser. Die Meurthe fliest hier recht ruhig in Richtung Mosel.
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So, das war es für heute, aber es wird noch weiter gehen....
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Re: Westlothringen

Beitragvon Souris » Do, 03. Okt 2019 12:01

Sehr schön! :top: Nur schade dass manche Bilder nicht gedreht sind... :?
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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Fr, 04. Okt 2019 17:09

Die nächsten Bilder werden richtig sein, Fehler gefunden.
Zuletzt geändert von jollylolly am Fr, 04. Okt 2019 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Westlothringen

Beitragvon jollylolly » Fr, 04. Okt 2019 17:59

Tja, da ist man im Urlaub und trotzdem klingelt der Wecker, so ist es aber wenn man vor der Mittagspause in Frankreich was gesehen haben will und 1 gute Stunde fahren muss, dann geht es nicht anders.

Heute heist das Ziel oder vielmehr die Ziele: Domremy la-Pucelle, Bois-Chenu und Vaucouleurs. Ja, ihr habt recht, wir folgen den Anfängen von Jeanne d'Arc.
Passend dazu geraten wir mal wieder in Frankreich in irgendein Manöver des Militärs, eine Brücke wird fast wie im Film "die Brücke von Remagen" von Soldaten bewacht, drüberfahren darf man aber, irritiert sind wir dann wenig später als mehrere Kampfhubschrauber recht niedrig über die Felder jagen.

Zu unserem ersten Ziel:
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kommen wir nach einer kurzen Ehrenrunde, da hat der Fahrer nicht ganz Verstanden das man schon da ist :oops: und dreht noch ne Runde um Domremy, na ist ja nicht Paris und bei 115 Einwohnern war man auch schnell rum ums Dorf.

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Das Geburtshaus von Jeanne, es steht hier schon mehr als 600Jahre und war bis ins 16. Jahrhundert im Besitz der Familie d'Arc. Im 18.Jahrhundert gehörte das Haus der Familie Gérardin, die aber das Geburtshaus nur als Nebengebäude nutzten und an dieses jedoch Ihr moderneres Bauernhaus anbauten, sodass die Pilger die noch immer kamen in den Hinterhof mussten um zu sehen wo Jeanne die ersten Jahre ihres Lebens verbrachte.
Im Jahre 1818 wurde das Geburtshaus durch das Departement Vogesen gekauft und alle anbauten abgerissen und das Haus bekam einen gebührenden Garten, die Grundmauern der ehemaligen jüngeren Gebäude sind heute noch zu sehen. Ansonsten ist das Haus ohne größeres Inventar, es gibt 4 Zimmer, wobei eins das Geburtszimmer sein soll, das andere das Zimmer der Brüder, ein weiteres das Zimmer von Jeanne und Ihren Schwestern sowie einen Vorratskeller.
Was auf jeden Fall sicher ist, das Jeannes Vater kein einfacher Bauer war, sondern schon eher der "Chefbauer" oder auch sowas wie ein Ortsvorsteher.

Das angeschlossene Besucherzentrum weiß leider nicht zu begeistern, es werden dort viele biblische Themen erläutert und es gibt Zeichnungen der handelnden Personen in der Jeanne d'Arc Saga. Ansonsten gibt es noch eine "Seance" im kleinen Theaterraum wo mittels Schaufensterpuppen die Herrschaftsverhältnisse im 15 Jahrhundert in Frankreich und Europa dargestellt werden.
Die engagierte Dame vom Empfang fing uns dann noch ein um uns einen Film zu zeigen, der zwar auf französisch ist, aber mit deutschen Untertiteln. Gut die Untertitel wurden vor Jahren wohl mit einem Internetübersetzer gemacht, so dass wir mehr vom gesprochenen im Film verstanden, als vom gelesenen Untertitel :shock:
Nach Ende des Films beteten wir wie die Statue von JeanneBild, das wir nicht noch etwas ähnlich Aufregendes zu sehen bekommen.
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Re: Westlothringen

Beitragvon Avonlea » Fr, 04. Okt 2019 18:26

Danke für die Einblicke in eine Region, die sicher bisher nicht bei jedem hier auf dem Reiseplan gestanden hat. :top:
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