Westlothringen

Die touristische Rubrik: Eure liebsten Städte und Landschaften in Frankreich

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Re: Westlothringen

Beitragvon Frau Kerner » Di, 05. Okt 2021 18:58

@jollylolly
ich mache Dir mal ein Angebot, damit sich die Asche Deiner Angebeteten nicht verstecken muß:
Jeanne, mon héroïne; oder Jeanne, mon Héroïne - aber es ist kein h aspiré.
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Re: Westlothringen

Beitragvon Mislep » Do, 07. Okt 2021 15:38

Frau Kerner hat geschrieben:Was ich nie verstanden habe, ist, daß sich Gebildete, Halbgebildete, normale Menschen, Menschen auf der Suche nie von dem Kulturbild des Adels, der Kirche oder der Haute Bourgeoisie befreien können.

Sie himmeln immer als schön, großartig, einmalig, sehenswürdig an, was unter Schweiß und Tränen, mit Verletzungen, Vergiftungen, Erblindungen, Unfällen, Todesfällen von Sklaven (Künstlern, also Handwerkern mit Geschick) in totaler Abhängigkeit geschaffen wurde; was jedoch zugleich in Kriegen von feindlichen Mächten erbarmungslos vernichtet, bombardiert, zerstört werden konnte; sogar vom nächsten Bauherrren, dem etwas anderes gefiel.

Darunter auch religiöse Bauwerke wie Klöster, Kirchen, monumentale Paläste. Ebenso Schlösser.

Was eigentlich dem Volk gehört, darf man dann gegen Geld besichtigen.

Daran ändert auch nichts, daß gerade in Frankreich die Pädokriminaltäts-Kommission von den Verbrechen, die sich über Jahrhunderte hinziehen, nur für die letzten 50 bis 70 Jahre eine halbe Million Opfer ermittelt hat.
Ungesühnte Verbrechen, zerstörte Seelen, zerstörte Leben.

Und weiterhin werden die bewußlosen Massen in die Tempel der Herrschenden strömen und "Ah" und "Oh" jauchzen und stöhnen, ehrfurchtsvoll, erschauernd, eingeschüchtert.

Geschichtsloses Volk, ideologisch imprägniert, schlimm.

Schon vor Jahrzehnten habe ich auf einer von einer Universität organisierten Sizilien-Reise gesagt, statt Kirchen und Palazzi sollten wir lieber mal ein Krankenhaus oder eine Mülklkippe besuchen.
Nachdem ich jetzt zweimal länger in Sizilien gelebt habe, habe ich erkannt, wie Recht ich hatte.


Ganz interessant. Vom marxisme patrimonial hatte ich noch nie gehört. :wink:
Ja, jeder reist und entdeckt neue Regionen mit den eigenen Augen und nach eigenen Interessen. Manche wollen Schlösser und Kirche sehen, andere "authentisches" Menschenleben, andere noch Landschaften.
Aber was du über Schlösser, Kirchen und Palazzi sagt, gilt auch für Krankenhäuser & co... Sie werden auch von schlecht bezahlten, ausgebeuteten Arbeitern erbaut; nicht selten als billige Arbeitskraft aus dem Ausland importiert und drinnen arbeiten genauso dieselben modernen Sklaven, die eine Unmenge an Überstunden leisten für eine lächerliche Bezahlung. Und sie werden im Kriegsfall auch gern zerstört... Wieviele Krankenhäuser haben die USA in Afghanistan, Syrien oder dem Irak bombardiert ?
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Re: Westlothringen

Beitragvon Avonlea » So, 10. Okt 2021 22:05

Don't feed the troll :bomb:
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Re: Westlothringen

Beitragvon Mislep » Mi, 27. Jul 2022 21:57

Ca. 30km südlich von Nancy befindet sich der Hügel von Sion. Mit 540m Höhe ist er der Höhepunkt des Lothringer Plateaus. Geographisch, historisch, religiös aber auch litterarisch ist der Hügel ein bedeutender Ort Lothringens.

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Oben steht die Basilika Notre-Dame de Sion. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus dem 15ten Jahrhundert. Der markante Kirchturm jedoch aus dem 19ten.
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Wenige Kilometer entfernt steht das Barrès-Denkmal. Maurice Barrès (1862-1923) war ein Schriftsteller aus Lotrhingen, der den Hügel als Schauplatz seines Romans "la colline inspirée" wählte.
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Etwas weiter liegt das Dörfchen Vaudémont. Durch seine strategische Position auf dem Hügel wurde Vaudémont im 11ten Jahrhundert als Hauptstadt der dortigen Grafschaft gewählt. Das militärisch befestigte Dorf blieb bis ins 17ten Jahrhundert ein mächtiger Ort in Lothringen. Frankreich zerstörte das Dorf im 30jährigen Krieg, da Lothringen auf der Seite der Habsburger kämpfte. Heute bleiben im Dorf kaum noch Reste aus der mächtigen Vergangenheit. Nur noch ca 60 Menschen wohnen dort.
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Die Ruine der Burg
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An verschiedenen Stellen oben auf dem Hügel kann man wunderschöne, weitreichende Aussichten geniessen.
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Re: Westlothringen

Beitragvon Souris » Sa, 30. Jul 2022 09:10

:top:
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Re: Westlothringen

Beitragvon Mislep » Mo, 01. Aug 2022 20:41

Toul, historische Stadt. Sie liegt ca 20km westlich von Nancy. Sie wurde von einem gallischen Stamm gegründet, zum römischen Reich annektiert. Dann wurde die Stadt Sitz eines Bistums und somit ein Fürstbistum innerhalb des heiligen römischen Reiches deutscher Nation. 1552 wird Toul (mit den 2 anderen innerhalb Lothringen eingeschlossenen Fürstbistümern Metz und Verdun) von Frankreich besetzt, 1648 endgültig annektiert. Mit Metz und Verdun bildetete Toul die Provinz "Trois-Evêchés" (Drei Bistümer) bis zur französischen Revolution. Rücksichtlich der religiösen Bedeutung der Stadt bleibt Toul zweiter Sitz des Bistums von Toul-Nancy. Die Stadt hat heute 16.000 Einwohner.

Prägend für das Stadtbild ist der Festungswall aus dem 17ten Jahrhundert, von Vauban entworfen. Er umschliesst die Altstadt komplett und ermöglicht fast naturnahe Spaziergänge.
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Wenige Tore ermöglichen den Eingang in die Altstadt.
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Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale Saint-Etienne, aus dem Ende des Mittelalters, mit Elementen aus der Renaissance.
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Das Rathaus, früheres bischöfliches Palais, mit Rosengarten am Fusse der Kathedrale.
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In der Altstadt auch die Basilika Saint-Gengoult (nicht besuchbar ?)
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Und ein Paar Eindrücke aus den Gassen von Toul.
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Re: Westlothringen

Beitragvon Mislep » Mi, 10. Aug 2022 17:26

Liverdun ca 6.000 Einwohner, liegt an der Mosel zwischen Toul und Nancy. Die Stadt besitzt eine schöne, kleine Altstadt und ist für das Gebäck Madeleine, eine Variante der Originalmadeleine aus Commercy, bekannt. Die Altstadt besteht aus zwei Teilen : die ville-basse geht bergauf vom Fluss bis zum Gipfel des Hügels, und die ville-haute liegt einfach oben.

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Die Dächer der ville-basse
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Eine Strasse der ville-basse mit Blick auf Château Corbin, aus dem 19ten Jahrhundert.
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Das Château Corbin gehört heute der Stadt und beherbergt ein Kulturzentrum sowie eine Mediathek.
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Arkadenhäuser aus dem 16ten Jahrhundert auf dem Hauptplatz
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Haus des Gouverneurs, auch aus dem 16ten Jahrhundert
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Die bescheidene Kirche Saint-Pierre, Teile aus dem 12ten Jahrhundert
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Und das Porte Haute auch aus dem 16ten Jahrhundert...
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... mit Blick auf die Mosel
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