Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Die literarische Rubrik: Tipps und Kritiken der französischen Werke und Autoren

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Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Beitragvon Avonlea » Mi, 31. Jul 2019 16:26

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Bild: Verlag

Nordfrankreich wurde bisher von den deutschen Reiseführerverlagen links liegengelassen, wenn man darunter NICHT die Normandie, das Elsass oder gar die Bretagne versteht... Es geht hier um die Hauts-de-France.
Gut, dass der Emons-Verlag und Autor Georg Renöckl dieser interessanten Region gleich ein ganz besonderes Buch widmen, das ich hier gerne vorstelle. Es ist erst vor einigen Wochen erschienen und bietet eine bunte Zusammenstellung von Orten, die das gewisse Etwas haben. Abseits touristischer Pfade lässt einen der Autor das Nord-Pas-de-Calais und die Picardie entdecken, indem er zum Beispiel der Tour Perret in Amiens, dem Raketenstollen von Landrethun oder einem Blumencafé in Argoules Raum gibt. Zu jeder der 111 Sehenswürdigkeiten gibt es eine Seite Text dazu und einen Kasten mit praktischen Informationen.

Die versammelten Orte spiegeln den Charakter der Hauts-de-France wieder: Eine geschichtsträchtige Region, die von Kriegen geschüttelt, von Schönheiten der Natur wieder geheilt und mit sanfter Melancholie umspielt wird. Es gibt ein Meer, das nicht strahlend schön ist wie die süßliche Côte d‘Azur, ein Land, das geprägt ist von Bombenkratern und Bergbauvergangenheit genauso wie von Wald und Märchenquellen. Selbst die scheinbar kleinsten Orte bergen ein Kleinod, und sei es in Form eines mit Herz geführten Cafés.

Es ist dem präzisen und unterhaltsamen Schreibstil des Autors zu verdanken, dass trotz der Kürze nie ein Gefühl von Oberflächlichkeit aufkommt und doch der Eindruck entsteht, dass es eine Geschichte hinter der Geschichte gibt, die sich erst bei einem Besuch entfaltet. Ein Reisebuch im besten Sinne also. Praktische Informationen in einem dezenten Kasten helfen demjenigen, der das Buch als Reiseführer sieht. Darüber hinaus erwähnt ein Tipp einen weiteren point d‘intérêt, von dem man den Eindruck gewinnt, dass er genauso gut einer der 111 erwählten Orte hätte sein können. Manchmal, und das ist die editorische Schwierigkeit der Buchreihe, glaubt man, dass jener Tipp interessanter ist als der vorgestellte Ort. Wie wäre es mit einer neuen Reihe: 555 Orte in xy, die man gesehen haben muss?

Alles in allem ist dieser Reiseführer der etwas anderen Art ein lesenswertes, unterhaltsames Buch, das auch dem (noch) Zuhausegebliebenen Freude bereitet.

Das Buch ist übrigens auch ins Französische übertragen worden, damit auch die Franzosen erfahren, was der bisher stiefmütterlich behandelte Norden so zu bieten hat (von den Sch'tis und Bergues abgesehen). :top:

Links:
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Re: Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Beitragvon Dresden » Do, 26. Mär 2020 03:21

OH MEIN GOTT. Ich sehe den Thread viel zu spät aber der Name sagte mir was. Hab etwas recherchiert und...
Dieser Autor war mein Dozent an der Uni Rouen! Hätte nie gedacht, dass er ein erfolgreicher Autor geworden ist.

Sollte ich dazu kommen, werde ich das Buch lesen!
"Au fond, j'crois qu'la terre est ronde
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Re: Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Beitragvon Souris » Do, 26. Mär 2020 10:37

Oh lustig, ich habe einen Freund, der auch in Rouen studiert hat, werde ihn glatt mal fragen, oder er den auch kennt. ;)
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Re: Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Beitragvon Avonlea » Do, 26. Mär 2020 13:35

Dresden hat geschrieben:OH MEIN GOTT. Ich sehe den Thread viel zu spät aber der Name sagte mir was. Hab etwas recherchiert und...
Dieser Autor war mein Dozent an der Uni Rouen! Hätte nie gedacht, dass er ein erfolgreicher Autor geworden ist.


Interessant, denn auf seiner Homepage steht davon nichts.
Er hat schon einige Bücher verfasst, unter anderem zu Paris und Wien abseits der Pfade.
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Re: Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Beitragvon Dresden » Mo, 30. Mär 2020 01:06

Souris hat geschrieben:Oh lustig, ich habe einen Freund, der auch in Rouen studiert hat, werde ihn glatt mal fragen, oder er den auch kennt. ;)


Sollte dein Freund 2007 an der Uni Rouen studiert haben, dann kennt er ihn vielleicht!

Avonlea, seine Tätigkeit als Lektor an der Uni steht auf seiner LinkedIn-Seite.
Wahrscheinlich ist ihm seine Zeit dort nicht so gut in Erinnerung geblieben, daher spricht er nicht darüber. Ich kann ihn verstehen...
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Re: Georg Renöckl: 111 Orte in Nordfrankreich

Beitragvon schwarzalex68 » Mi, 11. Nov 2020 09:47

Avonlea hat geschrieben:Bild
Bild: Verlag

Nordfrankreich wurde bisher von den deutschen Reiseführerverlagen links liegengelassen, wenn man darunter NICHT die Normandie, das Elsass oder gar die Bretagne versteht... Es geht hier um die Hauts-de-France.
Gut, dass der Emons-Verlag und Autor Georg Renöckl dieser interessanten Region gleich ein ganz besonderes Buch widmen, das ich hier gerne vorstelle. Es ist erst vor einigen Wochen erschienen und bietet eine bunte Zusammenstellung von Orten, die das gewisse Etwas haben. Abseits touristischer Pfade lässt einen der Autor das Nord-Pas-de-Calais und die Picardie entdecken, indem er zum Beispiel der Tour Perret in Amiens, dem Raketenstollen von Landrethun oder einem Blumencafé in Argoules Raum gibt. Zu jeder der 111 Sehenswürdigkeiten gibt es eine Seite Text dazu und einen Kasten mit praktischen Informationen.

Die versammelten Orte spiegeln den Charakter der Hauts-de-France wieder: Eine geschichtsträchtige Region, die von Kriegen geschüttelt, von Schönheiten der Natur wieder geheilt und mit sanfter Melancholie umspielt wird. Es gibt ein Meer, das nicht strahlend schön ist wie die süßliche Côte d‘Azur, ein Land, das geprägt ist von Bombenkratern und Bergbauvergangenheit genauso wie von Wald und Märchenquellen. Selbst die scheinbar kleinsten Orte bergen ein Kleinod, und sei es in Form eines mit Herz geführten Cafés.

Es ist dem präzisen und unterhaltsamen Schreibstil des Autors zu verdanken, dass trotz der Kürze nie ein Gefühl von Oberflächlichkeit aufkommt und doch der Eindruck entsteht, dass es eine Geschichte hinter der Geschichte gibt, die sich erst bei einem Besuch entfaltet. Ein Reisebuch im besten Sinne also. Praktische Informationen in einem dezenten Kasten helfen demjenigen, der das Buch als Reiseführer sieht. Darüber hinaus erwähnt ein Tipp einen weiteren point d‘intérêt, von dem man den Eindruck gewinnt, dass er genauso gut einer der 111 erwählten Orte hätte sein können. Manchmal, und das ist die editorische Schwierigkeit der Buchreihe, glaubt man, dass jener Tipp interessanter ist als der vorgestellte Ort. Wie wäre es mit einer neuen Reihe: 555 Orte in xy, die man gesehen haben muss?

Alles in allem ist dieser Reiseführer der etwas anderen Art ein lesenswertes, unterhaltsames Buch, das auch dem (noch) Zuhausegebliebenen Freude bereitet.

Das Buch ist übrigens auch ins Französische übertragen worden, damit auch die Franzosen erfahren, was der bisher stiefmütterlich behandelte Norden so zu bieten hat (von den Sch'tis und Bergues abgesehen). :top:

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Ich empfehle auf jeden Fall diesen Reiseführer als Reiseleiter. Hier sind viele interessante Orte mit Fakten gesammelt ;)
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