Alan Stivell und die bretonische Musik

Die Bands, Lieder und Musiker in Frankreich.

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Alan Stivell und die bretonische Musik

Beitragvon michelmau » Do, 21. Jun 2007 11:07

Für diejenigen,die Alan Stivell noch nicht kennen,hier seine "Suite sudarmoricaine"
Wortspiel zwischen sudarmoricaine und sudaméricaine
Armor=auf Bretonisch "das Meer".
Bretonen unterscheiden "Armor"=das Meer,die Küste und Argoad=auf Bretonisch "der Wald",also die innere Bretagne.
http://www.youtube.com/watch?v=JMtbLhfNY7I

:wink:
"C'est curieux chez les marins ce besoin de faire des phrases." (Maitre Fourasse in "Les Tontons flingueurs.")
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Beitragvon Cristobal » Do, 21. Jun 2007 13:50

:top: Hört sich gut an, der Mann. Was man so alles dazulernt dank BF. Leider kommt er am falschen Tag. Wenn, dann wollte ich Samstags nach Nuremberg fahren.
Mersi bras michelmau :wink:
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Beitragvon Dany » Do, 21. Jun 2007 22:25

Hallo,

Dans le même registre, Manau, musique celte avec interprétation "rap" à connaitre absolument en ce soir de fête de la musique!

http://www.youtube.com/watch?v=aKxWYgZo3Jw

mit freundlichen Grüsse

Dany
Heute zieh' ich meine Runden
Seh' die Welt in Trümmern liegen
Hab'nen Luftballon gefunden
Denk' an dich und lass ihn fliegen

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Beitragvon Cristobal » Sa, 23. Jun 2007 00:15

C'est bon ce son. HipHop à la breton :top:
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Beitragvon michelmau » Sa, 23. Jun 2007 18:17

Denez Prigent singt den Opfern vom WTC zu Ehre ein Lied in der bretonischen Sprache:"Gortoz a ran"=ich warte.(Untertitel in Englisch.)
http://www.youtube.com/watch?v=1DPw8xJDcjg :wink:
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Beitragvon Dany » So, 24. Jun 2007 16:53

Und hier noch was ganz typiches aus der bretagne, "le bagad de lann-bihoué"
Ich hab sie mal in Phalsbourg,(die Heimat von Erckmann -Chatrian, und des "ami Fritz") auf der Bühne gesehen, sind grosse Biertrinker !!! na ja Elsäss-Lothringer und Bretonnen haben ja so vieles gemeinsam ! :D

http://www.youtube.com/watch?v=hri3nW00skw
Bonne écoute

Dany
et les "trois Jeans" tri Yann :
http://www.youtube.com/watch?v=MlOAEoo6 ... ed&search=
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Beitragvon michelmau » Mo, 25. Jun 2007 15:34

Jede Stadt (ja,jedes Dorf ) in Frankreich haben die eigene Blaskapelle,die mehrmals im Jahr besonders am 14.Juli (unser Nationalfeiertag )durch die Strassen losmarschiert.
In der Bretagne hat fast jedes Dorf sein Bagad.Im Gegensatz zu dem,was viele Leute glauben,sind bagadoù (Mehrzahl von bagad) eine ziemlich neue Erscheinung.Das erste Bagad wurde nämlich 1932 in Paris,nach schottischem Vorbild gegründet.Es besteht im allgemeinen aus "Bombarden"(die mit dem Oboe verwandt sind),aus schottischen Dudelsäcken mit drei Bordunpfeifen,und keltischen Schlagzeugen.
Jedes Jahr finden Wettbewerbe zwischen den Bagadoù statt und das beste Bagad bekommt einen Preis.Das meistgekrönte Bagad ist das "Bagad Kemper" (Quimper.)

Das"Bagad de Lann Bihoue" ist das offizielle Bagad der "Royale"(so wird heute noch die französische Kriegsmarine genannt,obwohl Frankreich seit 1789 eine Republik ist.)

Bombarde:
Bild


Biniou bras:schottischer Dudelsack:
Bild
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Beitragvon michelmau » Mo, 25. Jun 2007 21:29

Dan ar Braz (Gitarre) und Alan Stivell (keltische Harfe und Bombarde.)
http://www.youtube.com/watch?v=JsBL-s85eaQ :wink:
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Kan ha diskan - sonerien koubl

Beitragvon michelmau » Do, 22. Jan 2009 16:13

" Kan ha diskan" ist eine in der Bretagne sehr beliebte Tradition im Gesang bei den Fest Nozioù (Einzahl: Fest-Noz, Mehrzahl: Fest-Nozioù.)

Der "Kaner" (= Sänger) fängt langsam mit einem musikalischen Satz an, dessen letzte Takte vom Kaner und vom "Diskaner" (=Gegensänger) zusammen gesungen werden. Dann schweigt der Kaner, der Diskaner singt allein, und die letzten vom Diskaner gesungenen werden vom Diskaner und Kaner zusammen gesungen....usw, usw, und allmählich wird es schneller und schneller. So können die Sänger stundenlang für die Tänzer singen; während der eine singt, kann der andere ausruhen und verschnaufen. Damals betonten die singenden Bauern den Takt mit ihren Holzschuhen.

Hier ein Beispiel:
http://fr.youtube.com/watch?v=lk3AadzPd3c&feature=related

Nicht nur Sänger musizieren so, sondern auch Dudelsack- und Bombardespieler auch:

Hier:

http://fr.youtube.com/watch?v=rDwfBx2MzYc


Dieses Sing- und Spielverfahren war im Mittelalter schon bekannt. Musikologen nennen es heute "tuilage" (tuile= Ziegel).
:wink:
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Beitragvon nebenstelle » Fr, 23. Jan 2009 13:09

Weiss man eigentlich, warum sich die Bretonen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts so sehr von ihren keltischen Cousins in Schottland inspirieren liessen?
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Gilles Servat La blanche hermine/ das weiße Hermelin

Beitragvon michelmau » Fr, 16. Okt 2009 16:59

Gilles Servat ist,meiner Meinung nach, mit Alan Stivell einer der größten bretonischen Liedermacher.
Das Lied "La blanche hermine" ist mit der Zeit zu inoffiziellem Nationallied der Bretonen geworden. Viele Bretonen empfinden es so.
Am Anfang erklärt Servat, wie er das Lied vor 32 Jahren in einem Dachkammer in Paris schrieb und es am gleichen Abend in einem bretonischen Restaurant von Montparnasse (das bretonische Viertel von Paris) vor 30 Gästen zum erstenmal sang.
Der Titel " la blanche hermine" bezieht sich auf eine alte bretonische Sage.

An einem schönen Tage ritt Konan Meriadeg, einer der ersten bretonischen Könige an einem Bach entlang, dessen Ufer recht schlammig waren, als er plötzich eine hin und her laufende kleine Gestalt erblickte. Es war ein kleines Tierchen mit schneeweißem Fell, das über einen dünnen Zweig das andere Ufer zu erreichen versuchte. Das Tierchen schien aber völlig verwirrt zu sein. Konan bemerkte dann, daß es seine Blicke auf ihn richtete, als wolle es um Hilfe bitten.
"Warum ist dieses anmutige Tier so ängstlich? Warum flieht es nicht einfach weg?", fragte der König den Offizier ,der ihn begleitete.
" König der Bretonen", antwortete dieser, "es ist ein Hermelin. Verletzt ist es nicht, aber makellos will es bleiben. Es befürchtet sein makelloses Fell im Schlamme zu verschmutzen."
Der zugleich verwunderte und bewegte Konan erklärte denn:"Die Ehre verlangt, daß der König es beschützt und rettet."
Das Tierchen, als hätte es das Gespräch zwischen den zwei Männern sprang auf Konans Arm und fand im Ärmel des königlichen Mantels Zuflucht.
Der gerührte König streichelte das Hermelin und sagte: " Dir ist der Tod lieber als die Beschmutzung. Von nun an soll das Motto aller Bretonen : lieber tot als beschmutzt (gwelloc'h marv eget saotret) sein.
Das weiß Hermelin ist auf der bretonischen Nationalflagge zu sehen.(Komischerweise ist es schwarz wegen des weißen Hintergrundes!)

:D

Hier das Lied:
http://www.dailymotion.com/relevance/search/la+blanche+hermine/video/x8bi5i_la-blanche-hermine_music

Der frz.Text:
http://www.lyrix.at/de/text_show/ca3580b01928a26afcbb881057672915-Gilles_Servat_-_La_Blanche_Hermine

Ein Übersetzungsversuch (alle Korrekturen und Anregungen willkommen, natürlich.)

Heut morgen bin ich bei der Hecke um mein Feld
einer Seeleute-, Arbeiter- und Bauernschar begegnet.
Wo lauft Ihr hin, Genossen, mit geladenem Gewehr?
Wir wollen Hinterhalte legen, komm, schließ Dir unsrer Schar an!

Refrain:
Seht ihr da das weiße Hermelin, es lebe die (See)möwe und das Ginster,
Seht Ihr da das weiße Hermelin, es lebe Fougères und Clisson (zwei bret. Städte.)

Wo lauft Ihr hin, Genossen, mit geladenem Gewehr?
Wir wollen Hinterhalte legen, komm, schließ Dich unsrer Schar an!
Mein Schatz sagt, es ist Wahnsinn gegen die Franken (hier werden natûrlich die Franzosen gemaint) Krieg führen zu wollen,
Ich dagegen, sage, Wahnsinn ist es, länger in Ketten zu leben.

Refrain

Mein Schatz sagt, es ist Wahnsinn, gegen die Franken Krieg führen zu wollen,
Ich dagegen sage, Wahnsinn ist es, länger in Ketten zu leben.
Für sie wird es ohne Zweifel schwer sein unsre Kinder großzuziehen,
Für sie wird es ohne Zweifel schwer sein, denn ich werde eine lange Zeit weg sein.

Refrain

Für sie wird es ohne Zweifel schwer sein unsre Kinder großzuziehen, denn ich werde eine lange Zeit weg sein.
Bei finsterer Nacht werd ich zu ihr kommen, solange der Krieg dauert,
Wie die Frauen in schwarz wird sie auf mich warten.

Bei finsterer Nacht werd ich zu ihr kommen, solange der Krieg dauert,
wie die Frauen in schwarz wird sie auf mich warten.
Zweifellos denkt sie, ich sei wahnsinnig.
Wenn ich sie so vor dem Haus ansehe, wird mein Herz schwer.

Zweifellos denkt sie, ich sei wahnsinnig,
Wenn ich sie so vor dem Haus ansehe, wird mein Herz schwer,
wird sie mir verzeihen können, wenn ich im Kriege sterbe, daß mir die Heimat lieber war als die Liebe , die sie mir schenkte?

Refrain.

:wink:
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Beitragvon Cristobal » So, 18. Okt 2009 17:37

Eine aufschlussreiche Geschichte. Danke.

Da Lied ist gelinde gesagt ziemlich patriotisch :shock:

Was die Übersetzung betrifft hast du mich erst mal mich in meiner Sprache aufgeklärt, dass das Hermelin das Lebewesen und der Hermelin sein (der) Pelz ist, in der Bretagne also etwas "heiliges"

Die Pflanze nennt sich aber
der Ginster

Du sprichst bei den Seeleuten, Arbeitern und Bauern von einer "Schar", wo das Orginal von troupe (Truppe) und armée (Heer) spricht. Auch wenn es sich bei dem "Haufen" (ist ein seit den Bauernkriegen gebräuchlicher Ausdruck) wohl um keine regulären Einheiten handelt, so ist vom "bretonischen Standpunkt" aus wohl durchaus von einem Heer zu sprechen. "Schar "verwendet man im Deutschen nicht unbedingt in einer „militärischen Kategorie“, man sagt "ein Schar Kinder; eine Kinderschar" und auch wird es laut Wiki"für in Kinder – und Jugendarbeit christlicher Verbände für Jungschar" benutzt. :wink:

Francs

Das heißt, das die Bretonen die Franzosen "abwertend" als die "Franken"bezeichnen, die sie ja auch mal waren

Für sie wird es ohne Zweifel schwer sein unsre Kinder großzuziehen

warum „ohne Zweifel ?“
Es wird ihr eine Mühsal bereiten die Kinder aufzuziehen
(klingt irgendwie poetischer )

...denn ich werde für lange Zeit weg sein

s’en aller ?!
denn ich werde für lange Zeit weggehen

Wie die Frauen in schwarz wird sie auf mich warten

fehlt "triste et seule"
Wie die Frauen in schwarz, wird sie traurig und einsam mich erwarten

:roll: der letzte Absatz aus dem Original fehlt hat geschrieben:Et si je meurs à la guerre, pourra-t-elle me pardonner?
D'avoir préfèré ma terre à l'amour qu'elle me donnait.
J'ai rencontré ce matin devant la haie de mon sang,
Une troupe de marins, d'ouvriers, de paysans.
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Beitragvon michelmau » So, 18. Okt 2009 20:04

:top: , Cristo!
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Beitragvon anne » Sa, 31. Okt 2009 01:58

Cristobal hat geschrieben:Da Lied ist gelinde gesagt ziemlich patriotisch :shock:

:lol: allerdings schon. :?

Dennoch geht es bestimmt nicht unbedingt um Nationalismus im üblichen Sinn des Wortes sondern vielmehr um die Behauptung der bretonischen Identität Frankreich gegenüber, die seit dem Anschluss der Bretagne an das frz Königreich unterdrückt worden sei.

Ausserdem ist hier auch ein Protest gegen die willkürliche Aufteilung von 1940 der fünf Departements in zwei verschiedene Regions zu verstehen. Nantes als historische Hauptstadt und historischer Regierungssitz der Bretagne gehört ja seit dieser Zeit nicht mehr in die Region Bretagne !!! (deshalb auch in dem Refrain"de Fougères à Clisson", die als Städte der bretonischen Mark zu betrachten seien)


Cristobal hat geschrieben:Die Pflanze nennt sich aber
der Ginster

und sogar der Stechginster :wink:


Cristobal hat geschrieben:
Francs

Das heißt, das die Bretonen die Franzosen "abwertend" als die "Franken"bezeichnen, die sie ja auch mal waren

Naja ! Die bretonen bezeichnen sich eher als Kelten, weil die bretonische Sprache ja zum keltischen Sprachraum gehört.


Cristobal hat geschrieben:
Für sie wird es ohne Zweifel schwer sein unsre Kinder großzuziehen

warum „ohne Zweifel ?“
Es wird ihr eine Mühsal bereiten die Kinder aufzuziehen
(klingt irgendwie poetischer )

vielleicht wollte Michel das Wort "bien" im Ausdruck "elle aura bien de la peine". Wie wär's denn mir "wohl" ?

Cristobal hat geschrieben:
...denn ich werde für lange Zeit weg sein

s’en aller ?!
denn ich werde für lange Zeit weggehen

denn ich GEHE für lange Zeit WEG (Präsens)


Cristobal hat geschrieben:devant la haie de mon sang,

aber nein, Cristobal ! nicht vor der Hecke meines Blutes sondern vor der Hecke meines Ackers ("de mon champ") Keine Sorge ! So wild sind wir Bretone noch lange nicht. :grin:
amic@llemand vôtre
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Beitragvon Cristobal » Sa, 31. Okt 2009 10:54

anne hat geschrieben:
Cristobal hat geschrieben:devant la haie de mon sang,

aber nein, Cristobal ! nicht vor der Hecke meines Blutes sondern vor der Hecke meines Ackers ("de mon champ") Keine Sorge ! So wild sind wir Bretone noch lange nicht. :grin:

:eek: Das stand aber so im Originaltext :o
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