Sommerurlaub in der Auvergne

Die touristische Rubrik: Eure liebsten Städte und Landschaften in Frankreich

Moderator: Moderatoren

Beitragvon Grand-Père » Fr, 19. Aug 2011 19:04

Ich war ja noch gar nicht fertig!
Hier folgt der abschließende 4. Teil des Berichts:

Ein Höhepunkt bei einem Aufenthalt in der Auvergne ist sicher der Besuch der Stadt Le-Puy-en-Velay! Die Stadt liegt ungefähr 150 km südlich der Region, wo wir uns bevorzugt aufgehalten haben. Wir haben sie besucht.

Kurz vor Ankunft in dieser Stadt fährt man an dem Dorf Polignac vorbei, über dem sich ein praktisch uneinehmbares Château mit einem wuchtigen Turm befindet:

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Dann fährt man ins Tal hinunter, in der die Stadt Le-Puy-en-Velay liegt. In der Stadt ragen drei steile Basaltkegel in die Höhe, die durch Vulkantätigkeit entstanden sind. Auf dem ersten etwa 80 m hohen Kegel steht die romanische Kirche St.-Michel-d'Aiguilhe. Wenn man vor dem Kegel steht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass man dort hinaufsteigen kann. Auf der anderen Seite führt eine steile Treppe in vielen Serpentinen nach oben.

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Der Eingang in diese Kirche mit seinen romanischen Ornamenten:

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Auf einem anderen Hügel steht die große Kathedrale Notre-Dame-de-l'Annonciation. Schon der steile Treppenaufstieg in die Kathedrale ist sehr beeindruckend:

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Im Kirchengebäude sieht man viele romanische Bögen:

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Auf dem Hauptaltar thront die Schwarze Madonna mit dem schwarzen Jesus-Kind, das die Jakobspilger aufsuchen, bevor sie sich auf den langen Weg nach Santiago de Compostela in Galizien aufmachen:

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Der Kreuzgang der Kathedrale. Leider sah der Garten etwas vernachlässigt aus! Dass er besser gepflegt sein könnte, sahen wir auf Postkarten und in Touristenbroschüren, die uns saubere Beete mit herrlich blühenden Blumen zeigten:

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Nach dem Besuch der Kathedrale stiegen wir auf den 3. Basaltkegel hinauf, auf dem die Statue der Notre-Dame-de-France steht. Unterwegs hat man noch einmal einen Blick auf das große Kathedralengebäude mit all seinen Anbauten:

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Auf dem Rocher Corneille steht die rosa Madonnenfigur. Sie wurde 1855 nach dem Krimkrieg aus 213 russischen Kanonen gegossen:

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Vom Sockel der Madonna hat man einen wunderschönen Rundblick über die Stadt und ihre Umgebung. Man kann auch in der Madonnenfigur eine steile, enge Wendeltreppe nach oben steigen. Aber der Aufstieg rentiert sich nicht. Die Treppe endet im Kopf der Madonna. Durch die winzigen Luken hat man nur einen sehr eingeschränkten Blick auf die Stadt.

Nach dem Besteigen der 3 Basaltkegel sind wir noch ein bißchen durch die Altstadt flaniert:

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Auf der Rückfahrt von Le-Puy-en-Velay sind wir am Allier entlang gefahren. An dem Ort Lavoûte-Chilhac macht der Allier eine große U-förmige Schleife. In ihr erhebt sich auf einem Rücken eine ehemalige Benediktiner-Priorei:

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Gegenüber spiegeln sich alte Häuser in der Oberfläche des Allier:

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An einem Tag planten wir eine Wanderung im Vallée de Chaudefour. Leider war es neblig und trüb, sodass wir uns entschlossen, die Wanderung an einem anderen Tag zu machen. Im Tal ragt ein steiler Felsturm in die Höhe:

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Ein wilder Bach plätschert durch das Tal:

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Wir fuhren daher zum Col de la Croix Morand auf 1401 m Höhe und stiegen von hier auf den Puy de la Tache (1629 m). Oben gab es kaum Aussicht. Die benachbarten Berge verschwanden im Nebel:

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Der Weg führte unterhalb des Puy de la Motte über den Puy de Barbier zum Puy de l'Angle (1738 m). Die Wolken wurden bald weggeblasen, man bekam wieder etwas Aussicht. Über diese Hügelgruppe sind wir gekommen und später wieder zurückgelaufen:

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An einem Tag besuchten wir das Städtchen St.-Saturnin. Dort steht auch eine romanische Kirche. Sie wird zur Zeit renoviert und war zum größten Teil eingerüstet und der Zugang mit Bauzäunen abgesperrt. Im Kirchengebäude wurde gerade die Hochzeit von Madeleine und Maxime vorbereitet, der Organist übte eifrig den Hochzeitsmarsch. - Gegenüber der Kirche gibt es ein Château, das in Privatbesitz ist und zu dem Zeitpunkt, als wir vorbeikamen, noch geschlossen war:

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Danach fuhren wir in das Weinbaustädtchen Boudes und wanderten in das Vallée des Saints. Im Wald stehen an verschiedenen Stellen hohe rote Felsen in ganz bizarren Formen. Da die Felsfiguren ähnlich aussehen wie Heiligenstatuen, nennt man das Tal "La Vallée des Saints":

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Ein paar Tage später war das Wetter besser. So fuhren wir noch einmal in das Vallée de Chaudefour. Wieder die Felsen am Talboden:

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Durch den Wald führte ein schattiger Pfad sanft auf die Höhen. Man hatte einen herrlichen Ausblick:

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Auf den Höhen blühte der blaue stengellose Enzian:

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Oben führte der Weg über die grünen Hügel hinauf zum Puy de Pertrix und Puy Ferrand, Nachbargipfeln des Puy de Sancy:

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Wir kamen ganz nah an den Puy de Sancy heran, auf dem es wieder von Touristen wimmelte:

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Über die im vorausgegangenen Bild gezeigten Höhen ging es dann langsam wieder abwärts. Hier ein Blick von oben in das Vallée de Chaudefour:

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An einem anderen Tag machten wir eine Wanderung zum Gipfel des Puy de Côme, einem Vulkankegel in der Nähe des markanten Puy de Dôme. Als wir den oberen Waldrand erreicht hatten und ganz nahe an der Kraterkante ankamen, hörten wir oben lautes Gelächter. Wenig später kamen uns etwa 50 Radler auf dem Mountainbike entgegen. Hier auf dem Bild ist etwa ein Viertel der Radler zu sehen:

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Das Radfahren in der freien Natur ist in der Auvergne sehr beliebt. Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn man unterwegs auf einer breiten Waldstraße einem oder mehreren Radfahrern begegnet. In der Auvergne fahren die Radler jedoch sehr empfindliche Waldpfade und verstärken damit massiv die Erosion der ohnehin sehr empfindlichen Natur! Deshalb sind viele Wanderwege richtig ausgehöhlt, die gelockerte Erde wird vom Regen weggeschwemmt. Dabei sind die wilden Radler in der auvergnatischen Natur keine jungen Wilden: Die 50 Radler auf dem Puy de Côme waren alle Ende 50 / Anfang 60 Jahre! Hier sollten die französischen Behörden doch die Erlaubnis einschränken, die Natur mit dem Rad zu zerstören!

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Blick in den Krater des Puy de Côme.

In den Puys findet man viele mannshohe Höhlen:

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Am letzten Tag unseres Urlaubs machten wir einen Ausflug nach La Tour de l'Auvergne. Hier wurde einst die berühmte Katharina von Medici (Tochter der Madeleine de la Tour und des Lorenzo de Medici) geboren. Die Burg der Grafen de la Tour wurde 1665 leider abgerissen.

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Landschaft in der Umgebung (Plateau de l'Artense):

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Der Lac Chauvet:

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Am 3. August beschlossen wir, unseren Urlaub zu beenden, denn es näherten sich schon wieder neue Tiefdruckgebiete mit Regen. Wir hatten gerade unser Zelt abgebaut und das ganze Gepäck im Auto verstaut, als es zu nieseln begann. Als wir den Campingplatz verließen, regnete es richtig. Unterwegs schüttete es zeitweise wie aus Kübeln. Auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher in die Stadt Moulins.

Auf dem Altstadtplatz steht der Tour Jacquemart. Normalerweise kann man diesen Uhrturm besteigen und die Aussicht über die Stadt genießen. Am Tag unseres Besuches war der Turm leider geschlossen:

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Die gotische Kathedrale Notre-Dame von Moulins:

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Von Moulins aus fuhren wir dann durch Burgund nach Beaune und über die Autobahn weiter nach Hause.

Ich hoffe, der Bericht hat allen gefallen. Bei unserem nächsten Besuch der Auvergne - vielleicht 2012 oder 2013 - werden wir uns dann mehr den südlichen Teilen im Cantal und den Cevennen zuwenden.


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Zuletzt geändert von Grand-Père am Fr, 19. Aug 2011 19:28, insgesamt 6-mal geändert.
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Beitragvon le ukoplast » Fr, 19. Aug 2011 19:09

War Klasse :top:
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Beitragvon edwin » Fr, 19. Aug 2011 19:21

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10 points pour grand pére!!
:wink:
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Beitragvon jollylolly » Fr, 19. Aug 2011 19:26

Danke für die Bilder und den schönen Bericht. :top:
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Beitragvon Fee » Fr, 19. Aug 2011 19:34

Wirklich schön dort. Ich frage mich immer, wie die Menschen wohl vor ein paar hundet Jahren solche Gebäude bauen konnten. Besonders die Kirche auf dem Bergkegel.
Danke für den schönen Bericht :clap:
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Beitragvon Nico1090 » Di, 30. Aug 2011 08:59

Schöne Bilder.

Mir ist aber aufgefallen, du hast Vichy nicht besichtigt !?

Sie ist eine echt pompöse Stadt und auch einen Besuch wert.
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Beitragvon Grand-Père » Fr, 02. Sep 2011 15:36

Nico, Du hast Recht: Wir sind nicht in Vichy gewesen. Aber auch zahlreiche andere Orte in der Auvergne haben wir noch nicht gesehen. Unser diesjähriger Urlaub hat sich weitgehend auf die Region um den Puy de Sancy, also westlich und südlich von Clermont-Ferrand beschränkt. Nur Le-Puy-en-Velay war eine Ausnahme, dafür nahmen wir eine Anfahrt von 150 km in Kauf.

Aber wir werden später ein zweites Mal in die Auvergne reisen und dann Orte besichtigen und Wanderungen machen, die dieses Mal leider nicht möglich gewesen sind.

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