Warum ist das Angebot an Essen in F größer als in D ?

Die französische Küche, Eure Geheimtipps im Bereich Kochrezepte, Getränke, Restaurants, usw.

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Beitragvon Woolito » Do, 07. Jul 2011 12:53

Aperdurus hat geschrieben:
woolito hat geschrieben:Es gibt tolle Sachen in Frankreich zu essen und ebenso tolle in Deutschland. Ein Mythos suggeriert "jederzeit" und "überall". Dass Frankreich kulinarisch Vieles und Exzellentes zu bieten hatte, hat und auch in Zukunft bieten wird, stellt wohl niemand in Frage. Aber deine Beiträge unterstellen eine kulinarische deutsche "Einöde". Ich finde, in den letzten Jahrzehnten haben sich Qualität und Nichtqualität beider Küchen in Reichhaltigkeit, Phantasie und Geschmackserlebnis, aber auch in Fehlschüssen und Lieblosigkeit angenähert. Frankreich als kulinarischer "siebter Himmel" ist genauso falsch wie Deutschland als "siebter Auto-Himmel"


Diese "tollen" Feststellungen helfen natürlich ganz "toll" weiter. Wahrscheinlich bin ich selbst schon toll, weil ich den Wert dieser Aussagen nicht so richtig zu würdigen weiß.
:roll:
Außerdem verwechselst und vermischt Du, woolito, die Qualität der Nahrungsmittel mit der Qualität der französischen (Restaurant-)Küche.

Nahrungsmittel: Im Durchschnitt in Frankreich um Klassen besser. Hier in den Kleinstädtchen bekommst Du- wir habens jüngst gezählt- 10 (zehn) verschiedene Sorten Tomaten. Das lässt sich beliebig über Kartoffeln, Zwiebeln, Salate, Kräuter ect. fortsetzen.
Restaurantküche: in F abwechslungsreicher, interessanter und gesünder. Du hast überall ausgewogene Menüs auf der Karte. Es gibt überall wenigstens 7 Desserts, es gibt überall unaufgefordert Brot und Wasser (kostenlos) auf den Tisch. Das hat schon Qualität!

Ich sehe das Problem eher darin, dass man sich im fremden Land nicht an die anderen Essgewohnheiten ( Menüs z.B.) anpassen kann, an die anderen Einkaufsgewohnheiten (Märkte etc.). Auch an die anderen Beschaffungsquellen für Nahrungsmittel (Selbstvermarkter, Bauern...).
Man darf nicht anhand der Angebote Aldi D und Aldi France die Qualität des Gebotenen vergleichen. Aldi ist in Bezug auf Qualität der Nahrungsmittel in Frankreich so liederlich wie in Deutschland. Hier ist man vielleicht richtig, wenn man billig einkaufen will, gut gibt es anderswo.

Vielleicht noch ein Wort zum von Avonlea schmerzlich vermissten Schwarzbrot. Man muss zugegebenermaßen etwas suchen, dann findet man überall hervorragendes Schwarzbrot. Auf jeden Fall dauert die Suche nicht so lang, wie diejenige in D nach gutem Baguette. :mrgreen:

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Ich hätte jetzt statt "toll" zig Käsesorten und von mir aus auch 10 Tomatensorten aufzählen können. Vielleicht hätte das geholfen. Aber wenn du dir noch mal das durchliest, was ich markiert habe (besonders Restaurantküche), dann wirst du feststellen, dass das nur so von Verallgemeinerungen strotzt (überall).
Ich glaube, es macht keinen Sinn, mit "Überzeugten" eine ausgewogene Diskussion über ein von so vielen subjektiven Eindrücken geprägtes Thema zu führen. Und die heilige Kuh der "Käsesorten" zu schlachten ist wohl ein Sakrileg.
nachricht-5688.html#p62607 (Moderatorenbeitrag)
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Beitragvon Aperdurus » Do, 07. Jul 2011 13:45

woolito hat geschrieben:Es gibt tolle Sachen in Frankreich zu essen und ebenso tolle in Deutschland.

Dass es tolle Sachen in F und D gibt ist doch völlig klar, da braucht es keine Erwähnung. Das ist ein Allgemeinplatz, wie er schlimmer nicht geht. Dass er gerade von Dir kommt hat mich doch sehr verwundert, vor allem bringt das auch die Diskussion nicht weiter.

woolito hat geschrieben:.....dann wirst du feststellen, dass das nur so von Verallgemeinerungen strotzt

Aber dass Du in keinem Laden einer deutschen Kleinstadt 10 Tomatensorten findest, das halte ich für eine substantielle Aussage, die die Situation in F und D gut beleuchtet. Das Thema war ja: Warum ist das Angebot an Essen in F größer als in D? Cristobal vermutete, weil die Preise höher sind. Da hat er recht. Und die sind höher , weil man ganz schlicht bessere Qualität kaufen kann und das auch über den Preis honoriert.

Es ist auch kein Allgemeinplatz, dass in F in den Restaurants immer Menüs angeboten werden, während das in Deutschland fast nicht üblich ist. Und dass ein Menu auf Grund der Vielfalt der Zutaten ernährungsphysiologisch immer besser beurteilt werden muss, als nur eine Fleischportion mit Sättigungsbeilage, dürfte Dir auch klar sein.

Hast Du in D schon mal einen Krug Wasser auf den Tisch gestellt bekommen?

Es gibt hier in F tatsächlich eine Qualität des Essens und der Nahrungsmittel, die in D in der Breite und Tiefe nicht vorhanden ist. Das versuchte ich an meinen Beispielen zu zeigen.

Meine Gäste jedenfalls empfinden es genauso und ihre Autos gleichen bei der Heimfahrt oft fahrenden Spezialitätenläden beladen mit Sachen, die sie in D nicht kriegen.

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Beitragvon Cristobal » Do, 07. Jul 2011 13:53

Eine weitere Statistik die dazu dienen kann das Argument des vielfältigeren und höherwertigen Angebots in Frankreich zu unterstützen ist die
Struktur des Nahrungmitteleinzelhandels
nach Anzahl der Unternehmen

Quelle: Eurostat

Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, Hauptrichtung Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren
D 23.632
F 26.738
Facheinzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (in Verkaufsräumen)
D 31.942
F 51.809
Einzelhandel mit Obst, Gemüse
D 4.552
F 8.790
Einzelhandel mit Fleisch Wurst
D 3.686
F 20.166
Einzelhandel mit Fisch, Meeresfrüchten und Fischerzeugnissen
D 893
F 2.268
Einzelhandel mit Back- und Süßwaren
D 4.835
F 4.199

Das alles unter der Prämisse das Deutschland ein Einwohnerzahl von etwa 81 Mio und Frankreich von etwa 65 Mio hat

Mehr Verkaufsgeschäfte bedeutet i.d.R mehr Auswahl und Qualität durch mehr Konkurrenz und dadurch auch eine nachfrageorientiertere Preisgestaltung.
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Beitragvon le ukoplast » Do, 07. Jul 2011 14:30

Aperdurus hat geschrieben:Es gibt hier in F tatsächlich eine Qualität des Essens und der Nahrungsmittel, die in D in der Breite und Tiefe nicht vorhanden ist.

Meine Gäste jedenfalls empfinden es genauso und ihre Autos gleichen bei der Heimfahrt oft fahrenden Spezialitätenläden beladen mit Sachen, die sie in D nicht kriegen.

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Anderes Land, andere Kultur, anderer Genuss.Aus dem Grund fahre ich ins Ausland.Wenn in jedem Land alles erhältlich wäre, wäre das auch langweilig.So kann man sich auf die Mitbringsel freuen,die im eigenen Land nicht erhältlich sind. :wink:
In erster Linie bedeutet Qualität für mich, dass es mir schmeckt.
Und im übrigen z. B.,ist der Serranoschinken bei Aldi super preisgünstig und für mich qualitativ lecker,so dass ich auf den teureren Preis beim Schlachter diesbezüglich locker verzichten kann.Auch brauche ich persönlich keine 10 verschiedenen Tomatensorten.Ich habe meine "Marke" gefunden, die mir schmeckt.
Beim Fleischsalat sieht das wiederum ganz anders aus.Der wandert nicht aus jedem Regal in meinen Einkaufskorb.
Für mich ist die Zwiebel, Zwiebel -ich unterscheide vielleicht noch zwischen einer Roten- und benöte dafür kein riesiges Auswahlangebot.Und ob die nun aus der Feinkostabteilung kommen muss oder aus dem Aldinetz in die Pfanne springt,ist bei mir keine Zwiebekqualitäts- sondern eine Geizfrage. Zum Heulen bringen mich sicherlich beide :grin:
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Beitragvon Souris » Do, 07. Jul 2011 14:44

Aber wenn man hier in einen Supermarkt geht, und ich rede nicht von Aldi und Lidl, dann sieht man Tomaten und Paprika und Zucchini, Ziebeln usw. aus Holland, allenthalben noch auch Belgien. Geht man in F in einen Supermarkt dann findet man Obst und Gemüse aus der Region und aus anderen Teilen Frankreichs. Genauso ist es bei Weinen.
In dem kleinen Ort in dessen Nähe wir immer wohnen, ist drei Mal in der Woche Markt. Dort gibt es vielleicht 5 Stände aber es ist so schön, eine Freude dort einzukaufen. Das sind Bauern, meist schon älteren Semesters, die dort ansässig sind und ihre Kartoffeln, Tomaten, Melonen, Salate usw. verkaufen. Gehe ich hier auf den Markt stehen dort zwei Großhändler, die ihre Waren auch von sonstwoher beziehen...
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Beitragvon Aperdurus » Do, 07. Jul 2011 15:44

Le ukoplast hat geschrieben:Für mich ist die Zwiebel, Zwiebel -ich unterscheide vielleicht noch zwischen einer Roten- und benöte dafür kein riesiges Auswahlangebot.Und ob die nun aus der Feinkostabteilung kommen muss oder aus dem Aldinetz in die Pfanne springt,ist bei mir keine Zwiebekqualitäts- sondern eine Geizfrage.


Zwiebelmässig hast Du offenbar noch Entwicklungspotential, aber genau: der Geiz, das ist der Unterschied.
Deswegen wohnst Du ja auch in Hildesheim und nicht in Angoulème.


Souris hat geschrieben:Das sind Bauern, meist schon älteren Semesters, die dort ansässig sind und ihre Kartoffeln, Tomaten, Melonen, Salate usw. verkaufen.


Und stelle Dir vor, diese kleinen Selbstvermarkter sind noch nicht einmal in Cristobals Statistik erfasst. Die müssen noch zu den 8790 Einzelhändlern mit Obst und Gemüse hinzugezählt werden.

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Beitragvon al » Do, 07. Jul 2011 16:15

zwiebel ist zwiebel....
ich will weg!

allein in meinem garten wachsen über sechs verschiedene sorten. und alle schmecken anders.

aber den deutschen geschmack kann man am besten mt GOUDA vergleichen, der rache der niederländer an uns. der allgemeine deutsche glaubt damit schon, käse zu kennen. und gute nacht.
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Beitragvon al » Do, 07. Jul 2011 16:19

lilo hat geschrieben:Hallo! Ausnahmsweise möchte ich meinen Senf dazugeben.

Vor allem kommt es auf das Gebiet an, was Preise und Angebot angeht. Da wo ich wohne (und ich wohne nicht in der Provence), kann man auf Märkten sehr günstig einkaufen, wenn man sich mit Saisonfrüchten begnügt. Ich finde hier in Frankreich zu günstigeren Preisen ein grösseres Angebot an Gemüse- und Ostsorten. Wenn ich mal in Baden bin und dort einkaufe, muss ich mich dann immer wieder mit den gleichen Produkten zufrieden geben (Kopfsalat, Spinat, Gurken Zuchinis und super
harte Tomaten...), die dazu noch teurer sind. Dafür ist das Wurst- und Brotangebot geringer in Frankreich.
Beim Fleischer und Metzger finde ich wiederum auch nicht unbedingt alles in Deutschland, was ich haben will. Schliesslich kann ich auch jeden Tag Wurst und Rindfleisch essen. Bis auf Norddeutschland ist es auch relativ schwierig guten Fisch zu bekommen.
Damals, als ich noch in Deutschland lebte (hoch im Norden), musste ich schon beim Türken oder beim Italiener einkaufen, um Lahmfleisch zu bekommen oder Perlhühner. Deshalb glaube ich doch, dass das Angebot in Frankreich grösser ist und dass die Preise auch nicht höher sind als in Deutschland. Manche Produkte sind halt billiger in Deutschland andere nicht.



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Beitragvon Avonlea » Do, 07. Jul 2011 16:42

Aperdurus hat geschrieben:
Le ukoplast hat geschrieben:Für mich ist die Zwiebel, Zwiebel -ich unterscheide vielleicht noch zwischen einer Roten- und benöte dafür kein riesiges Auswahlangebot.Und ob die nun aus der Feinkostabteilung kommen muss oder aus dem Aldinetz in die Pfanne springt,ist bei mir keine Zwiebekqualitäts- sondern eine Geizfrage.


Zwiebelmässig hast Du offenbar noch Entwicklungspotential, aber genau: der Geiz, das ist der Unterschied.
Deswegen wohnst Du ja auch in Hildesheim und nicht in Angoulème.

Was meinst du damit? Ich möchte nichts falsch verstehen, bevor ich dazu etwas schreibe.

Es ist unstrittig, dass Frankreich eine besondere Ess-Kultur hat, die sicher nicht umsonst Weltkulturerbe ist. Vielleicht findet man auch auf den Märkten eine bessere Qualität als hierzulande. Aber was das Programm der Supermärkte angeht, so unterscheidet es sich meines Erachtens nicht von dem in Deutschland und es ist in Frankreich eben nur teurer, weil das Essen eben teurer ist. Das gibt es in anderen Ländern auch, die wenden auch mehr ihres Einkommes für Nahrung auf. In Frankreich kriegt man die gleichen Kunstjogurts, die gleichen Plastikkuchen mit Aluminium-Glasur wie in Deutschland. Auch im französischen U-Markt, Casino oder Auchan muss man manchmal länger suchen, bis man Äpfel gefunden hat, die nicht angeditscht sind. Vielleicht hat Frankreich alle erdenklichen Tomatensorten im Angebot, aber wir in Deutschland leben nunmal in anderen Breitengraden und bieten eher sämtliche Rhabarber- oder Kartoffelsorten an. Es ist nichts falsch daran, dann nur eine Tomatensorte zu importieren, weil wir nicht alle selber anbauen können wie die Franzosen.

Woolito hat geschrieben:Es gibt tolle Sachen in Frankreich zu essen und ebenso tolle in Deutschland. Ein Mythos suggeriert "jederzeit" und "überall". Dass Frankreich kulinarisch Vieles und Exzellentes zu bieten hatte, hat und auch in Zukunft bieten wird, stellt wohl niemand in Frage. Aber deine Beiträge unterstellen eine kulinarische deutsche "Einöde". Ich finde, in den letzten Jahrzehnten haben sich Qualität und Nichtqualität beider Küchen in Reichhaltigkeit, Phantasie und Geschmackserlebnis, aber auch in Fehlschüssen und Lieblosigkeit angenähert. Frankreich als kulinarischer "siebter Himmel" ist genauso falsch wie Deutschland als "siebter Auto-Himmel"

Es ist noch nie passiert und vielleicht passiert es nie wieder, aber diesmal bin ich mit Woolito einer Meinung. Wir sind ein Fan-Forum und die Mitglieder sind begeistert von Frankreich. Wie Fans jeder anderen Sache, Sport oder Schauspieler. Dann ist man nur bedingt fähig, Dinge realistisch und nicht nur durch die rosarote Brille zu betrachten. Wer was mag, ist Geschmackssache, pauschale Aussagen wie die, dass Frankreichs Küche interessanter sei oder dass man in Deutschland nur schlechtes Essen findet, lassen sich aber auf viel mehr Dinge zurückführen als nur auf das, was die Betreffenden als Fakten ansehen.
Die einen, die sowas behaupten, tun das, weil sie "alles Deutsche verachten", wie man das hier im Forum an mehreren Stellen lesen konnte. Die anderen tun das, weil sie sich für ein Leben in Frankreich entschieden haben, überzeugt von diesem Land sind und sich in die Kultur verliebt haben. Meistens aber lassen sich solche Aussagen einfach darauf zurückführen, dass wir als Urlauber und Gäste in dieses Land fahren, dass man im Urlaub entspannter ist und seine Umwelt bewusster wahrnimmt. Wenn man locker ist, sich wohlfühlt und mal einen Tapetenwechsel hat, schmeckt das Essen besser, man schaut sich im Supermarkt anders um und bewundert die anderen Produkte. Dass sie aber besser sind, lässt sich so doch nicht sagen. Für mich ist das reine Psychologie.

Ich meine, in Schweden trinken die Leute guten Rotwein aus dem Tetra-Pack, einfach weil es praktischer ist als Glasflaschen. Der Franzose oder der stilbewusste Deutsche, der "Franzose im Herzen", kriegt da einen Herzinfarkt. Und auf der anderen Seite gibt es dann wieder die Leute, die es gut finden, wenn die Schweden das so machen, die es aber hassen und verteufeln würden, wenn das eine deutsche Erfindung gewesen wäre. Einfach nur weil es deutsch ist.
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Beitragvon le ukoplast » Do, 07. Jul 2011 17:59

Nun für mich gibt es Produkte wo ich geschmacklich den Unterschied merke und die,die mir supergut schmecken die werden von mir gekauft.Das kann ein teures Produkt sein, aber auch ein No-Name-Produkt.Bei bestimmten Lebensmitteln kann ich den Unterschied eben nicht differenzieren und da wäre ich ja schön blöd auf das teurere Angebot zurückzugreifen,wenn mir das Günstigere genauso schmeckt. :wink:

@Aperdurus
Stimmt,ich wohne in Hi-Stadt.Hier zählt das Welt-Kultur-Erbe vielleicht in einer anderen Dimension http://www.harz-tourisme.com/index_hildesheim_de.htm :grin:
Aber dafür gehöre ich zu den "feundlichsten Hildesheimern" ohne Zwiebelvorlieben :wink:
Zuletzt geändert von le ukoplast am Do, 07. Jul 2011 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon al » Do, 07. Jul 2011 18:02

jammjamm, die rede war u.a. von mir.

deshalb mal ein wenig hintergrund. ich bin deutscher, wegen meiner geburt, lässt sich auch nicht ändern. zuhause wurde so oft es ging, frisch gekocht. echt bayerisch. ich könnte heute noch würden. dann kam hessische küche dazu, auch nicht besser.
also suchte ich mir meinen geschmack und landete in indien, china und italien. mit meiner frau lernte ich die küche des balkans lieben. durch zufall bereisten wir frankreich und verblieben geschmacklich auch dort. mittlerweile ist frankreich für uns kein reiseland mehr, dazu sind wir zu oft dort, fast jeden monat.

und ich stehe immer noch vor der vielfalt, vor dem geschmack und all diesen dingen, die ich hier in farbloser monotonie vermisse. zum glück ist es nicht weit, auch zu unseren nachbarn in die niederlande und belgien, da beginnt schon der geschmack...

aber was mir hier in den märkten geboten wird, ist oftmals nur noch mit frechheit zu beantworten. und dabei bin ich noch ein "bevorzugter", ich darf in grossmärkten einkaufen. was solls, ich muss ja nicht. also fahren wir ein wenig, geniessen die landschaft und nette menschen, kaufen ein und kommen wieder... noch.
Zuletzt geändert von al am Do, 07. Jul 2011 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon al » Do, 07. Jul 2011 18:03

le ukoplast hat geschrieben:Nun für mich gibt es Produkte wo ich geschmacklich den Unterschied merke und die,die mir supergut schmecken die werden von mir gekauft.Das kann ein teures Produkt sein, aber auch ein No-Name-Produkt.Bei bestimmten Lebensmitteln kann ich den Unterschied eben nicht differenzieren und da wäre ich ja schön blöd auf das teurere Angebot zurückzugreifen,wenn mir das Günstigere genauso schmeckt. :wink:


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Beitragvon al » Do, 07. Jul 2011 18:15

anmerkung:
ja es gibt auch in der deutschen küche leckere sachen. ungelogen. das wichtige ist heute, das die küchen der länder sich vermischen. so fügt sich langsam alles zum guten.

aber...
wenn ich eine sanfte, schmeichelnde zwiebel brauche, dann ....
will ich sie auch kaufen können, ohne halb europa zu bereisen.

oder versucht doch mal hier grüne le puy linsen zu finden!

edit:
fragt mal euren kollegen oder nachbarn, was ein zwiebelconfits ist? und wofür man das braucht?
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Beitragvon al » Do, 07. Jul 2011 18:23

Avonlea hat geschrieben:.... Es ist nichts falsch daran, dann nur eine Tomatensorte zu importieren, weil wir nicht alle selber anbauen können ...


z.b. in meinem garten wachsen fünf verschiedene tomatensorten. verschieden in der süsse, in der form, in der festigkeit. die samen für diese ovalen bringt mir immer ein polnischer nachbar mit. kann den namen nicht aussprechen, sind aber herrlich im salat. wunderbar fest im biss.

was ich sagen will, es liegt am willen etwas anzubieten, oder in der "lust" dahin zu dümpeln. und unsere versorger liegen eher in der zweiten gattung.
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Beitragvon jollylolly » Do, 07. Jul 2011 19:00

Irgendwann erfuhr ich mal warum bei Obstladungen aus dem Süden die deutschen LKW meist am längsten warten mussten, der Grund ist ganz einfach, wer am wenigsten Zahlt kriegt auch nur "Reste"-Rampe.
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