Frankreichs botanische Gärten

Die touristische Rubrik: Eure liebsten Städte und Landschaften in Frankreich

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Beitragvon Woolito » Di, 21. Dez 2010 18:41

rausgenommen. :wink:
Zuletzt geändert von Woolito am Di, 21. Dez 2010 19:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon edwin » Di, 21. Dez 2010 18:50

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Beitragvon Avonlea » Di, 21. Dez 2010 20:58

Cristobal hat geschrieben::( Und ich hab mir weder den exotischen Garten in Roscoffnoch den botanischen Garten auf der Insel Batzangeguckt :cry:
Sonst könnt ich hier mitreden :grin:

Du hättest doch so tun können, als hättest du dise Gärten besucht. Ich habe mir auch längst nicht alle angeguckt, die ich hier noch vorstellen möchte.
Jetzt ist es raus :oops: :mrgreen:
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Beitragvon Avonlea » Di, 21. Dez 2010 21:31

Jardin exotique, Èze

Das ist definitiv mein Lieblingsgarten. Diesmal mache ich das Porträt etwas anders, ihr bekommt einen exklusiven Ausschnitt aus meinem Buch zu lesen, das ich mit 15 geschrieben habe. Der Ton ist auch dementsprechend...
Mit dabei auch eine exklusive Zeichnung, ein Zeitzeugendokument sozusagen. :grin:

Wenn man nach Eze kommt, darf man eine Attraktion nicht missen: Den Kakteengarten, der aber eigentlich Jardin exotique heißt, exotischer Garten. Ich glaube, es gibt keine Stadt, kein Dorf, das nicht so einen Garten hat. Da das Klima hier so mild ist, gedeihen tropische Pflanzen in Massen. Man kann sagen, dass alle Wege in Eze-Village zu diesem Garten führen. Über drei Euro Eintritt für ein paar bunte Blumen und Stachelbäume kann man diskutieren, nicht aber darüber, dass Kinder unter 12 umsonst rein dürfen und alle darüber nur einen Euro bezahlen. Macht sieben Euro für uns. Es hätte noch weniger sein können, wenn Papa nicht vergessen hätte, den Coupon aus dem Heft auszuschneiden, das wir in Saint-Laurent bekommen hatten.
Der rot gepflasterte Weg wurde fortgesetzt, doch statt Häusern säumten Kakteen den Wegrand. Es gibt sie in allen Größen und spektakulären Formen. Welche, die aussehen wie Igel, dann die typischen Wüstenkakteen und welche, die so Blätter haben, ganz dicke und mit roten Stacheln drauf. Immer wieder teilte sich der Weg und der Aufstieg wurde beschwerlicher. Es gab gleich mehrere Probleme zu bewältigen. Der Weg wird streckenweise enger, es kommen einem des öfteren Leute entgegen, man kann sich schon mal ein bisschen verirren und im Kakteengarten gibt es auch immer noch eine andere Gefahr:

„Man muss aufpassen, dass man nicht statt des Geländers etwas anderes erwischt.“,
bringt es mein Vater auf den Punkt. Das wäre sicher eine schmerzhafte Erfahrung, wenn man einmal die Stacheln gesehen hat, die so'n Ding hat. Mein lieber Scholli. Selbst ein Stolpern wäre wohl der letzte Schritt, den man in seinem Leben verrichten würde.
Im Garten stehen auf den selbst noch so schmalen und abschüssigen Wegen so Säulen, die sich gut in das Bild der Kakteen einfügen. Darum herum ist eine sehr schmale, quadratische Bank, wo man mit einer halben Pobacke sitzen und seinen Blick schweifen lassen kann. Bevor ich den Ausblick beschreibe, muss ich noch erwähnen, dass man seinen Kopf niemals, niemals achtlos zurücklehnen sollte, wenn man nicht gerade eine kostenlose Akupunktur-Therapie möchte.
Wie gesagt, der Aufstieg ist nicht ganz einfach, aber immerhin wird man durch den Gedanken, dass alle Wege zur Burgruine ganz oben auf dem Hügel führen, wie schon alle Wege der Altstadt zum Garten führen, entschädigt.
Und ich schwöre bei Gott, es gibt an der ganzen Küste keine schönere Aussicht. Zumindest soweit ich das gesehen habe und beurteilen kann. Wenn man es sich leisten kann, auf einem der Wege stehen zu bleiben und die Aussicht zu genießen, dann soll er das unbedingt tun. Denn in Wirklichkeit ist doch keiner der Besucher hier hergekommen um sich die Pflanzen anzuschauen, oder? Es geht doch bloß um die Aussicht und dafür bezahlt man auch. Anderswo sind solche Gärten wie dieser umsonst anzuschauen, aber wer würde das schon tun, wenn es diese grandiose Aussicht umsonst gäbe. Der Garten ist nur ein Vorwand und für die Gaffer hier ein netter Zusatz und gut für die Fotomotive, wenn man so zwischen zwei Monsterkakteen hindurch auf das Meer fotografiert. Auf der linken Seite, nach Westen hin, schaut man teilweise fast senkrecht runter nach Eze-sur-Mer und dahinter auf den wohl grünsten Hügel, den es zur Zeit an der Küste gibt. Es ist ein wunderschönes Bild, mit der Straße und dem Meer, dann den kleinen Hafen in der unverwechselbaren Form eines offenen Seitenschneiders und dann den kleinen, steilen Hügel, der wie ein Hinkelstein wirkt, den man ins Meer gestoßen hat. Etwas dahinter, leicht verschwommen im Sonnenlicht ragt Cap Ferrat wie eine Zunge in das große Blau hinaus. Dann beginnt die Unendlichkeit des Meeres, dessen Blau so unwirklich ist, fast künstlich, wie der große Topf, in dem meine Zimmerpalme steht.
(...)

Bild

Nach einiger Zeit umherschauen und das Meer genießen, erreichten wir die Ruine des Châteaus, falls man das noch als Schloss bezeichnen kann, was ich stark bezweifle, denn es stehen noch ungefähr anderthalb Wände da und die wirken eher wie Steinhaufen. Kein Mensch weit und breit war zu sehen, nur wir vier. Man erwartet ja quasi, dass in so luftiger Höhe, wo kein Baum stört, es etwas erfrischenden Wind gibt. Nee. Die Luft stand kerzengerade, kein Lüftchen regte sich und da es so gut wie keinen Schatten gab, war es brütend heiß. Bestimmt an die 28,345°Celsius, so grob geschätzt.


Ein Highlight sind die großen Sonnensessel. Das sind üebrdimensionale Komplettholzliegen, die mit einer fantastischen Sicht auf die Welt ausgerichtet sind. Dazu das Plätschern des kleinen Bachs... Herrlich.
Seit ein paar Jahren gibt es auch Skulpturen überall im Garten.
Angelegt wurde der Garten 1949. Das war drei Jahre, bevor es im Dorf fließendes Wasser gab! :shock:
Der Eintritt kostet 5€, 2,50€ ermäßigt. Davon sind 4€ für die Aussicht und einer für die Kakteen. :)
Die Liegen: Bild
Bildquelle: http://www.webstore.fr/eze/village/images



BildBild
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Bild
1) Blick runter auf das Château Eza, das beste Hotel des Dorfes. 2) Schwangere Skulptur inmitten von Kakteen 3) Die Krönung des Gartens: Überreste der Burg. 4) Blick von den wunderbaren Liegen. Ich weiß nicht, wessen Füße sichd a ins Bild gemogelt haben. 5) Bequem schlendern ist nicht drin. Treppenimpression.


Gartenbeschreibung
Wikipedia-Eintrag
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Beitragvon Avonlea » Mi, 22. Dez 2010 17:38

Parc Phoenix, Nizza


Die Hauptstadt des Départements Alpes-Maritimes ist eine relativ grüne Stadt, auch wenn die Palmen an der Promenade langsam an den Autoabgasen ersticken. Ein Park ziert den Schlossberg und zwischen Neu- und Altstadt, außerdem begrünte man den ehemaligen Flusslauf des Paillon, den man vor Jahrzehnten eindeichte und überbaute, um Überflutungen zu vermeiden. Einen echten botanischen Garten gab es aber bisher nicht. Das wollte man ändern und stampfte 1990 den Parc Phoenix aus dem Boden. In einer stetig wachsenden Stadt mit wenig Platz sind die sieben Hektar nahe des Flughafens unweit des Meers ein wahrer Luxusort für einen Garten. Erkennungsmerkmal ist ein 7.000m² großes und 25 Meter hohes, pyramidenförmiges Gewächshaus, das sich rühmt, eines der größten Europas zu sein. Sieben Klimazonen werden simuliert, Orchideen und Farne fühlen sich dort ganz wie zu Hause. Im Umkehrschluss heißt das aber, dass sich der menschliche Besucher vor allem im Tropenbereich alles andere als wohl fühlt...

Gartentechnisch interessant ist der Bereich der lebenden Fossilien, also Steinzeitpflanzen, die bis heute überlebt und sich auch nicht durch Evolution weiterentwickelt haben. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Ginko. Einen Bambus- und einen Gräsergarten gibt es auch. Und einen brasilianischen Tomatenbaum! Was die Natur nicht alles hervorbringt...

Anders als die Kakteengärten an der Küste bietet der Park in Nizza auch endlich etwas für die Nase: Ein eigenes Blumenfeld mit duftenden Blumen, je nach Saison anders gestaltet. Auch den Tieren wird Raum gegeben, man holte einige exotische Tiere für die Themengärten Louisiana, Thailand und Südafrika, zudem vor allem Vögel, die in einer Voliere untergebracht sind sowie Fische in Aquarien. Scheinbar von Madame Ephrussi de Rothschild kopiert ist die musikalische Fontäne (im Hintergrund von Bild 1 zu sehen).

2€ kostet der Eintritt, Kinder bis 12 zahlen nichts.

BildBildBild

Bildquellen:frankreich-sued.de(2), mairienice.ao-realisations.fr (1)

Präsentation von Ville de Nice
Video:Spaziergang durch das Gewächshaus (gute Qualität)

Dann ist das Kapitel Alpes-Maritimes abgeschlossen und es geht demnächst weiter im Var. Jederzeit dürft ihr natürlich selber Gärten vorstellen, egal wo in Frankreich. :)
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Beitragvon Avonlea » Sa, 25. Dez 2010 15:37

Le Jardin de Repenti, Gonfaron, Var.

Der Jardin de Repenti ist ganz den Kakteen und Sukkulenten gewidmet. Seit 15 Jahren exisitiert der Garten am Fuße des Massif des Maures zwischen Hyères und Le Luc und ist nicht nur eine Anlaufstelle für Besucher, die sich die Pflanzen anschauen möchten, sondern man verkauft auch exquisite Kakteen und steht Gartenfreunden mit Rat und Tat zur Seite. Mit Kakteen kenne ich mich nicht aus, aber es sieht wirklich so aus, als hätte dieser Garten sie alle. Es geht also weniger um Gartenkunst, sondern einzig darum, die Vielfalt von Kakteen auf unserem Planeten zu zeigen.

Drei Euro kostet der Eintritt, der angerechnet wird auf einen Kauf. Von Mitte Oktober bis Ende März ist der Garten geschlossen.

Bild
Bildquelle: www.futura-sciences.com

Homepage
Fotoshow bei Youtube
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Beitragvon Avonlea » Sa, 25. Dez 2010 21:06

Domaine du Rayol, Le Rayol-Canadel, Var

Über diesen wirklich empfehlenswerten Garten habe ich schonmal was geschrieben, deshalb zitiere ich mich ausnahmsweise mal selbst :mrgreen:

Das Schöne an diesem Garten ist, dass man größtenteils nicht merkt, dass man in einem angelegten Garten unterwegs ist. Da das Motto "Voyage en Méditerranées" ist, glaubt man sich manchmal mal auf einer Wanderung mitten in der ursprünglichsten Natur und das ist ganz groß. Wenn Gartenarchitekten das hinkriegen. Dieser Garten hat alle seine Auszeichnungen und Lorbeeren verdient.

Avonlea hat geschrieben:
Le Rayol-Canadel ist ein uneinheitlicher Bade- und Villenort an der Küste, eingeklemmt zwischen klarem Meer und dem Massif des Maures.
(...)

Der Weg zur Domaine du Rayol war ausgeschildert, aber wir rechneten zu früh damit, dass wir kurz davor standen und parkten zu weit weg. Die breite Masse wollte nämlich gar nicht zum Garten, sondern nur zum Strand, der nahe war. Dahin führte eine lange Treppe, schon von oben blickte man auf das von Palmen umrandete hellblaue Meer. Von mir aus hätten wir dort stehen bleiben können.
Avenue des Belges, das ist die richtige Adresse, wir aber waren noch auf der Avenue des Américains. Welch eine Weltreise würde noch vor uns liegen! Parallel zum Meer und auf und ab marschierten wir an den tollsten Villen mit den schönsten Gärten vorbei und nach kilometerlanger Suche kamen wir an. Links ab, ein bisschen den Berg hoch. Es gab natürlich einen großen Parkplatz davor. Wie sollte es auch sonst sein?
Der Rest der Familie hinkte ein wenig hinterher und ich stratzte schon mal ins Haus, in den Schatten, und rief der Frau am Tresen zu:
„Bonjour! Nous sommes une famille“.
Einmal freundlich grinsen und sie wird uns das abnehmen. Tat sie auch und wir zahlten nur 18€ Familientarif für alle. 1,5 Stunden würde der Rundgang dauern, man kann mittags dann im Restaurant essen.

Der Garten und die Villa, durch die man in ihn gelangt, gehörte zu Beginn des letzten Jahrhunderts einem Bankier, bevor es später ein Hotel wurde und 1940 in den Besitz eines Flugzeugingenieurs überging, der den Garten von einem Dutzend Gärtner neu gestalten ließ. Lange hielt sich das nicht.
Nachdem die Domaine vierzig Jahre lang verwilderte, kaufte das Conservatoire du Littoral Ende der 80er das Gelände und verlieh dem Garten sein heutiges Gesicht.
Es geht um mediterrane Landschaften aus der ganzen Welt, die hier nachgebildet sind. Man kommt von den Kanaren nach Kalifornien, Australien, Südafrika, Chile... und schließlich direkt am Meer auch ans echte Mittelmeer.
Den Mittelpunkt bildet eine imposante Treppe, die aber leider gesperrt war.

Keine Ahnung, welche Pflanzen ich da alles gesehen habe, ich kannte kaum eine. Ich erinnere mich nur noch an ein Gewächs aus den Kanaren, das aussah wie schwarze, aber trockene und feste Rosen. Außerdem die angsteinflößend großen Kakteen und diese kakteenartigen Pflanzen, die aussehen wie gigantische, grüne Kraken.
Etwas verloren fühlten wir uns, weil die Karte weder ordentlich skaliert noch alle Wege und Treppen enthielt. Außerdem hatte sich ein Witzbold einen Spaß daraus gemacht, die Nummern bei den Pflanzen und ausgestellten Gegenständen umzustecken, so dass glaubten, uns schon nach wenigen Metern verlaufen zu haben.

Am schönsten war der Platz am Meer. Jemand schrieb einmal, dass alle großen Gärten der Welt auf "le grand bleu" schauen, und das tun sie zurecht. Das Meer ist Teil der mediterranen Landschaft und es ist schon beeindruckend, zwischen Eukalyptus und Pinien zu stehen und auf das klare, hellblaue Wasser zu schauen.

Es gibt neben einem Strand (der nur mit einem Boot zugänglich ist und außerdem für Gartenbesucher gesperrt) auch mehrere verfallene Villen auf dem Gelände. Man könnte sie so schön herrichten und wenigstens irgendetwas daraus machen, aber die Bausubstanz, die aus den Wänden herausbröckelte, ließ erahnen, dass das nicht möglich sein würde. Steine, die kreuz und quer einfach nur mit Mörtel festgeklebt wurden oder in Beton eingegossen. Das hatten wir noch nicht gesehen. Was so alles hinter dem schönen Putz steckt! Jeder gute Architekt kriegt bei dem Anblick einen Herzinfarkt.
Erfrischend schattig war der subtropische asiatische Garten mit einem Brunnen, einem Teich und einem Bambushain. Zusammen mit dem Licht, das durch das dichte Blattwerk schien, sah alles wirklich aus, als hätten wir Europa verlassen.

Zum Abschluss entdeckten wir am Wegrand im australischen Garten dann noch blühende Mimosen. Gelbe, keine lilanen :grin: Diese Mimosen sind nämlich in Wirklichkeit australische Akazien, die irgendwann in Frankreich eingeschleppt worden sind und seitdem die Februar-Landschaft verschönern.

Fazit: 18€ gut investiert, allein schon für den exklusiven Ausblick auf das Meer. Ich würde auch die baufällige Villa geschenkt nehmen, wenn man mich ließe...

Bild
Abgründe mitten im neuseeländischen Garten

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Staunen über das große Blau

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Noch mehr felsiges Blau

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Im asiatischen Bereich mit Brunnen im Hintergrund, dem Teich unter dem Grünzeug im Vordergrund.

Bild
Eine von vielen Gartentreppen


Homepage
Video: Reportage (auf Französisch) von Jardineries Truffaut TV, Teil 1
Reportage Teil 2
Artikel von Telegraph.co.uk über den Ort und den Garten
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Beitragvon Avonlea » So, 26. Dez 2010 15:41

Parc Saint-Bernard, Villa Noailles. Hyères, Var

Die Villa Noailles oberhalb von Hyères war die erste moderne Villa auf französischem Boden. Drei Jahre, von 1923 bis 1926, wurde an dem futuristischen Bauwerk gebastelt. Der Bauherr, der Vicomte de Noailles, ließ auch einen Garten anlegen, der zu der Villa passte: Er beinhaltet einen kubistischen Garten, er verkörpert die Ideen des Art Deco, der Grundriss ist der eines Dreiecks. Gabriel Guevrekian, ein bekannter französisch-amerikanische Landschaftsarchitekt, wurde mit der Gestaltung jenes Gartenteils beauftragt. Das sieht jetzt so aus:
Bild
Bildquelle: www.stylepark.com

Der größte Teil des Gartens ist aber geradezu gewöhnlich, man findet einen Kräutergarten und einen Baumpark, außerdem viele einheimische Pflanzen. Der Eintritt ist frei.

Artikel auf Stylepark.com
Hyères Tourisme: Weitere Gärten in und um Hyères
Beschreibung und Foto des Comité des Parcs et Jardins de France
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Beitragvon Avonlea » Do, 30. Dez 2010 16:41

La Bambouseraie de Prafance, Anduze, Gard

Unfassbare 154 Jahre alt ist der berühmteste Bambusgarten Europas, der sogar seit zwei Jahren den Status eines "Monument Historique" hat. 1856 begann Eugène Marzel asiatische, afrikanische und nordamerikanische Bambusarten zu akklimatisieren und anzupflanzen; seit 1902 ist der Garten geöffnet und wurde seitdem kontinuierlich durch andere Pflanzen (etwa Ahorne, Palmen) und weiteren Bambus erweitert. Blickfänge sind die Bonsais. Weltweit gibt es etwa 80 Bambusarten mit insgesamt über 1300 Gattungen. Heute fasst der Garten fünfzehn Hektar, ein Besuch dauert etwa zwei Stunden. Zwölf Gärtnern bietet der Park einen Arbeitsplatz und vier Spielfilme wurden dort schon gedreht

1956 wurde der Garten einer schweren klimatischen Prüfung unterworfen, strenger Forst zerstörte weite Teile der exotischen Pflanzenwelt und einzig Bäume und der Bambus hielten dem Winter stand.

Von März bis November ist die Bambouseraie geöffnet und bietet durch seine Pflanzenkomposition jeden Monat ein anderes BIld. Im März und April blühen die Magnolien(bäume) sowie zahlreiche japanische Pflanzen, darunter die Camélia japonica. Im April dann beginnen die Bambusse zu wachsen, darunter eine Art, die in 24 Stunden mehr als einen Meter wächst! :shock:. Auch im Mai blüht es heftig, Rhododrenden und Azaléen machen den Garten pink und rot. Der Juni ist die beste Zeit für den Bambus, zudem faszinieren die Riesenpflanzen Alocasia und Heracleum, die auf kleinen Fotos beinahe aussehen wie deutsches Unkraut - wenn da nicht mit auf den Fotos ein Mensch wäre, der neben den Giganten aussieht wie eine Puppe.
Nach dem Sommer findet der Garten im Herbst zu den Farben zurück, die Blätter asiatischer Anpflanzungen färben sich bunt, Indian Summer mitten in Frankreich.

Eine Baumschule und eine Pflanzenboutique schließen sich an den Gartenan, wer will kann also seine neue Liebe - sofern er sich den Namen abgeschrieben hat - mit nach Hause nehmen. Einen Appell noch an zukünftige Besucher: Lasst den Quatsch, in den Bambus eure Namen und das Besucherdatum reinzukratzen! Das ist eine Pest da und in anderen Gärten. :evil:

7,50€ für Erwachsene und 4,50€ für Kinder kostet der Eintritt.

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Von links oben nach links unten: Der Wassergarten, Riesenbambus (ca.40m hoch), Was Pinkes, Männlicher Ginkobaum, Sequoia, Bonsai.
Bildquelle: www.bambouseraie.com

Links
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Wikipedia-Artikel
Buch von Jones, Crouzet: La bambouseraie , Un jardin de bambous. Actes Sud, Arles 2004.
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Beitragvon Souris » Do, 30. Dez 2010 18:12

Wow, von dieser Bambouseraie sammeln unsere Kinder jedes Jahr Prospekte ein, wir haben auch schon oft die Empfehlung bekommen da mal hin zu fahren, dass es so beeindruckend aussieht habe ich aber nicht gedacht... Mal sehen mit der "Train à vapeur des Cévennes", die in Andouze startet, zu fahren macht den Kindern bestimmt auch Spaß. :wink: Aber eigentlich wollen wir dieses Jahr mal an die Ardèche... *seufz*
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Beitragvon Avonlea » Do, 30. Dez 2010 21:10

Offenbar sind deine Kinder auch so fleißige Prospektsammler wie ich es war.
Ich habe meine Informationen aus zwei Faltblättern aus den 90ern, die ich fein säuberlich archiviert hatte... :grin:
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Beitragvon edwin » Do, 30. Dez 2010 21:23

ich bin leider nicht so ein toller bildermacher und reporter...
aber hier in der nähe gibt es einen botanischen garten,im park eines kleinen chateau.
es gibt allesmögliche,bambus,tropische blumenpracht,bäche und teiche im japanstil mit den unvermeidlichen carpes koi.
aber das wirklich aussergewöhnliche ist ein grosser etang voll mit asiatischen lotuspflanzen. :love: :love:
http://vendee-touristique.com/parcfloral.htm
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Beitragvon Souris » Do, 30. Dez 2010 21:33

Avonlea hat geschrieben:Offenbar sind deine Kinder auch so fleißige Prospektsammler wie ich es war.
Ich habe meine Informationen aus zwei Faltblättern aus den 90ern, die ich fein säuberlich archiviert hatte... :grin:

Ja, das sind sie wohl. Aber ich kann das auch. Ich habe neulich im Haus meiner Eltern noch ein paar alte Quittungen gefunden u.a. noch einen "Bon pour une gaufre gratuite" von einer Buvette in Pyla. Die würden wahrscheinlich nicht schlecht staunen, wenn ich 30 Jahre später damit auf der Matte stehen würde. :lol:


edwin, das sieht ja beeindruckend aus und das Kind ist auch farblich passend dazu gekleidet. :wink:
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Beitragvon Avonlea » Mi, 12. Jan 2011 22:54

Jardin Japonais, Toulouse, Haute Garonne

Toulouse braucht einen japanischen Garten! Das war die Ansicht des Bürgermeisters Pierre Baudis, als er 1981 den Auftrag zu dem Bau einer der größten japanischen Gärten in Frankreich gab. Siebentausend Quadratmeter groß ist er und hat ebenso wie zum Beispiel die schon vorgestellten Gärten Domaine du Rayol (Var) und Bambouseraie (Gard) die Auszeichnung als "bemerkenswerten Garten", des "Jardin Remarquable". Beeindruckend fand Baudis wohl vor allem die mittelalterlichen Gärten in Kyoto, die wie der Garten von Monaco strengen Harmonieregeln folgten.
Besonders ist der Garten schon aufgrund seiner Lage, denn mildes und feuchtes Seeklima gibt es in Toulouse nicht.

Pflicht in einem solchen japanischen Garten sind ein Teehaus, ein See (700m²) und ein Steingarten. Et voilà, Toulouse hat auch alles! Auch hier spielen die Laternen wie schon in Monaco eine besondere Rolle in der harmonischen Kompostion des Gartens. Monaco verzichtete aber auf die Mini-Nachbildung japanischer Landschaften; Toulouse hat Hügel aufgeschüttet um sich noch näher an die japanischen Vorbilder anzunähern.

Der Garten ist ein öffentlicher Park, er kostet keinen Eintritt und ist ganzjährig zugänglich.

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Bildquellen: Toulouse Tourisme (2), Midiblogs, Virtualtourist.


Ausführliche Beschreibung bei Parcs et Jardins de France
Video-Fotoshow
Neuer Le-Monde-Artikel zur japanischen Lebensart
Französischer Blog zu japanischen Gärten
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Beitragvon mico » Do, 13. Jan 2011 00:36

Bambouseraie

sie stand 6 Jahre lang auf meiner Wunschliste und im November 2010 waren wir endlich dort. Absolut beeindrucken.

@Souris - so weit von der Ardeche ist sie nicht. Wäre ein schöner Tagesausflug
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