Georges Brassens

Die Bands, Lieder und Musiker in Frankreich.

Moderator: Moderatoren

Georges Brassens

Beitragvon michelmau » So, 07. Jan 2007 09:02

Hier ein paar Texte von G.Brassens mit Erläuterungen in dt.Sprache:

http://www.ratau.de/
"C'est curieux chez les marins ce besoin de faire des phrases." (Maitre Fourasse in "Les Tontons flingueurs.")
Benutzeravatar
michelmau
 
Beiträge: 4623
Registriert: So, 03. Dez 2006 12:35
Wohnort: Elsass

Beitragvon Annasurf » Sa, 24. Feb 2007 12:06

Ich habe letztens entdeckt dass Georges Brassens vor vielen Jahren im selben Haus gewohnt hat wie ich !! :eek:

Hier ein Bild von ihm (sieht er nicht sehr nett aus?) :
Bild

Einer meiner Lieblingslieder ist dieses hier, "Trompettes de la renommée" :
Je vivais à l'écart de la place publique,
Serein, contemplatif, ténébreux, bucolique...
Refusant d'acquitter la rançon de la gloir',
Sur mon brin de laurier je dormais comme un loir.
Les gens de bon conseil ont su me fair' comprendre
Qu'à l'homme de la ru' j'avais des compt's à rendre
Et que, sous peine de choir dans un oubli complet,
J' devais mettre au grand jour tous mes petits secrets.

{Refrain:}
Trompettes
De la Renommée,
Vous êtes
Bien mal embouchées !

Manquant à la pudeur la plus élémentaire,
Dois-je, pour les besoins d' la caus' publicitaire,
Divulguer avec qui, et dans quell' position
Je plonge dans le stupre et la fornication ?
Si je publi' des noms, combien de Pénélopes
Passeront illico pour de fieffé's salopes,
Combien de bons amis me r'gard'ront de travers,
Combien je recevrai de coups de revolver !

A toute exhibition, ma nature est rétive,
Souffrant d'un' modesti' quasiment maladive,
Je ne fais voir mes organes procréateurs
A personne, excepté mes femm's et mes docteurs.
Dois-je, pour défrayer la chroniqu' des scandales,
Battre l' tambour avec mes parti's génitales,
Dois-je les arborer plus ostensiblement,
Comme un enfant de chœur porte un saint sacrement ?

Une femme du monde, et qui souvent me laisse
Fair' mes quat' voluptés dans ses quartiers d' noblesse,
M'a sournois'ment passé, sur son divan de soi',
Des parasit's du plus bas étage qui soit...
Sous prétexte de bruit, sous couleur de réclame,
Ai-j' le droit de ternir l'honneur de cette dame
En criant sur les toits, et sur l'air des lampions :
" Madame la marquis' m'a foutu des morpions ! " ?

Le ciel en soit loué, je vis en bonne entente
Avec le Pèr' Duval, la calotte chantante,
Lui, le catéchumène, et moi, l'énergumèn',
Il me laisse dire merd', je lui laiss' dire amen,
En accord avec lui, dois-je écrir' dans la presse
Qu'un soir je l'ai surpris aux genoux d' ma maîtresse,
Chantant la mélopé' d'une voix qui susurre,
Tandis qu'ell' lui cherchait des poux dans la tonsure ?

Avec qui, ventrebleu ! faut-il que je couche
Pour fair' parler un peu la déesse aux cent bouches ?
Faut-il qu'un' femme célèbre, une étoile, une star,
Vienn' prendre entre mes bras la plac' de ma guitar' ?
Pour exciter le peuple et les folliculaires,
Qui'est-c' qui veut me prêter sa croupe populaire,
Qui'est-c' qui veut m' laisser faire, in naturalibus,
Un p'tit peu d'alpinism' sur son mont de Vénus ?

Sonneraient-ell's plus fort, ces divines trompettes,
Si, comm' tout un chacun, j'étais un peu tapette,
Si je me déhanchais comme une demoiselle
Et prenais tout à coup des allur's de gazelle ?
Mais je ne sache pas qu'ça profite à ces drôles
De jouer le jeu d' l'amour en inversant les rôles,
Qu'ça confère à ma gloire un' onc' de plus-valu',
Le crim' pédérastique, aujourd'hui, ne pai' plus.

Après c'tour d'horizon des mille et un' recettes
Qui vous val'nt à coup sûr les honneurs des gazettes,
J'aime mieux m'en tenir à ma premièr' façon
Et me gratter le ventre en chantant des chansons.
Si le public en veut, je les sors dare-dare,
S'il n'en veut pas je les remets dans ma guitare.
Refusant d'acquitter la rançon de la gloir',
Sur mon brin de laurier je m'endors comme un loir.


Man kann hier ein Stückchen anhören. Die Aufnahme ist nicht perfekt aber so kann man sich den Stil Brassens besser vorstellen :
http://www.georges-brassens.com/brassens.htm
(Auf "Paroles et Musique" und dann auf "Les trompettes de la renommée" klicken) :wink:
Benutzeravatar
Annasurf
 
Beiträge: 27
Registriert: So, 17. Sep 2006 21:02
Wohnort: Paris

Beitragvon michelmau » Sa, 24. Feb 2007 16:03

Hier eine Übersetzung (ist nicht von mir.)

Die Trompeten der Prahlerei

Schon immer lebt ich fern vom öftlichen Treiben,
Wollte beschaulich froh und traurig bei mir bleiben,
Der Ruhm war nichts für mich,gab keine Mark dafür,
Auf meinem Lorbeerblatt schlief ich als Murmeltier.
Doch mancher kluge Kopf erklärt mir nun geduldig,
Ich wäre meinen Zeitgenossen auch was schuldig
Denn der gerät in finsterste Vergessenheit,
Der seine Heimlichkeiten nicht zum Himmel schreit.

Refrain

Trompeten
Der Prahlerei,
Geht flöten,
Ihr macht nur Geschrei.

Soll ich den letzten Rest von Anstand noch verletzen,
Nur um die öffentliche Neugier zu ergötzen?
Soll ich verbreiten wo,wie,wann,warum,mit wem,
In welcher Stellung ich der schlimmen Unzucht frön?
Soll ich die Namen wirklich aller Welt bekennen?
Manche Penelope würd man ein Luder nennen,
Manch guter Freund wär dann bestimmt nicht mehr entzückt,
Manch ein Revolver würd auf mein Herz abgedrückt.

Ich bin nun einmal kein Exhibitioniste,
Meine Bescheidenheit,schon beinah krankhaft ist'se,
Ich habe mein Geschlecht noch niemandem gezeigt,
Nur wenn sich eine Frau,ein Doktor drüber beugt.
Soll ich es vor mich her jetzt stolz und aufrecht strecken,
Wie'n Ministrant das Sakrament empor tut recken?
Nur weil das Publikum sich füttert mit Skandal,
Die Trommel rühren mit dem eignen Genital?

Eine Dame von Welt,die mir schon oft erlaubt hat,
Dass meine Hand ihr letztes Feigenblatt geraubt hat,
Vererbte heimlich mir auf seidenem Diwan
So niedre Tierchen,dass mans gar nicht sagen kann.
Hab ich das Recht,aus Sucht nach leuchtender Reklame,
Tief in den Schmutz zu ziehn die Ehre dieser Dame
Durch ein Geschrei,das tags und nachts die Schläfer weckt:
"Madame la Marquise hat mich angesteckt"?

Dem Himmel seis gedankt,ich leb in gutem Frieden
Mit Paterchen Duval;er ist mein Freund geblieben,
Wenn auch vom Himmel er,vom Teufel ich ergriffen,
Sein "Amen" lass ich ihm,er lässt mir mein "Beschissen".
Soll ich schlagzeilenstur es geben in die Presse:
Ein Priester auf dem Schoss von Georges Brassens'Maitresse!
Berichten ,wie er singsangt,wenn auch flüsternd nur,
Dieweil nach Läusen sie ihm absucht die Tonsur?

Verdammt,mit wem denn muss ich mich noch schlafen legen,
Will ich das hundertzüngige Gerücht erregen?
Vielleicht,dass heut ein Star,dann eines Playboys Schatz,
In meinen Armen einnimmt der Gitarre Platz.
Um so die Massen und das Massenblatt zu nähren,
Leiht eine mir den Po,den welweit populären?
Erlaubt sie,dass als guter Alpinist zum Him-
-mel aufwärts ihren Venusberg ich stolz erklimm?

Ob stärker noch die göttliche Posaune tönte,
Wenn ich mich gar ein wenig tantenhaft verschönte,
Die Hüften wogen liesse voller Leidenschaft,
Der Blick jedoch ganz scheu und wirklich mädchenhaft?
Freilich befürcht ich sehr,es nützt nicht viel den Schwulen,
Dass sie im Liebesspiel vertauschen ihre Rollen,
Dies setzt heut einem Renommé kein Krönchen auf:
Im Dutzend billiger stehn Hintern zum Verkauf.

Hab ich genug erzählt von so viel schönen Dingen,
Die jeden zweifellos ins Licht der Zeitung bringen,
So zieh ich mich zurück auf meinen alten Platz,
Wo ich Chansons mir sing und meinen Bauch mir kratz.
Will man sie hören-gut,wenn nicht,dann eben spare
Ich sie und tu sie gern zurück in die Gitarre.
Der Ruhm ist nichts für mich,geb keine Mark dafür,
Auf meinem Lorbeerblatt schlaf ich als Murmeltier.

(Deutsche Worte von Nino Erné-"Georges Brassens Texte"-Sammlung Damokles.)
"C'est curieux chez les marins ce besoin de faire des phrases." (Maitre Fourasse in "Les Tontons flingueurs.")
Benutzeravatar
michelmau
 
Beiträge: 4623
Registriert: So, 03. Dez 2006 12:35
Wohnort: Elsass

Beitragvon Cristobal » So, 25. Feb 2007 11:38

:oops: Hab grad festgestellt, dass ich Dir, michelmau, einst die "Le temps ne fait rien à l'affaire"-Übersetzung von Nino Erné "in die Schuhe geschoben" habe. :wink:

Nun die Übersetzungen sind natürlich sehr "freizügig". Muss ja aber auch ein schwerer Übersetzungsstoff sein, Brassens. Wurden diese Erné-Übersetzungen eigentlich vertont?

Beim Ralf Tauchmann vom Link ganz oben http://www.ratau.de/
gibt es auch eine ganz persönliche Interpretation von "Trompettes de la Renommée" mit dem dt Titel : "Posaunen des Jüngsten Gerüchts"

Auch Nino Erné übersetzt weiter unten "Sonneraient-ell's plus fort, ces divines trompettes" mit "Ob stärker noch die göttliche Posaune tönte"
Cristobal
 
Beiträge: 3688
Registriert: Di, 19. Sep 2006 10:19

Beitragvon Annasurf » So, 25. Feb 2007 14:24

Danke michelmau, ich war wieder einmal faul... :oops:
Benutzeravatar
Annasurf
 
Beiträge: 27
Registriert: So, 17. Sep 2006 21:02
Wohnort: Paris

Beitragvon michelmau » So, 25. Feb 2007 21:30

Cristobal hat geschrieben::

Nun die Übersetzungen sind natürlich sehr "freizügig". Muss ja aber auch ein schwerer Übersetzungsstoff sein, Brassens. Wurden diese Erné-Übersetzungen eigentlich vertont?



Ich finde,Nino Ernés Übersetzung ist singbar,da sie der Originalversion rhythmisch entspricht.Ob Ernés Übersetzungen vertont wurden,weiss ich nicht. :oops:
"C'est curieux chez les marins ce besoin de faire des phrases." (Maitre Fourasse in "Les Tontons flingueurs.")
Benutzeravatar
michelmau
 
Beiträge: 4623
Registriert: So, 03. Dez 2006 12:35
Wohnort: Elsass

Re: Georges Brassens

Beitragvon Valdok » Sa, 13. Dez 2014 14:30

michelmau hat geschrieben:Hier ein paar Texte von G.Brassens mit Erläuterungen in dt.Sprache:
http://www.ratau.de/
:wink:


Ich weiß nicht, ob die unten-stehende Webseite schon erwähnt wurde, auch wenn hier mehrmals von Ralf Tauchmann gesprochen wurde...
Ein Besuch lohnt sich jedenfalls.
http://brassens.de/
Leider steht in dieser Seite keine deutsche Übersetzung des Liedes "l'Hécatombe"
Ich frage mich, wie Ihr diese folgende Stelle übersetzt hättet. Welches Wort passt am besten, um diese Frauen zu beschreiben? Frauen oder Weiber?

Au marché de Briv'-la-Gaillarde,
A propos de bottes d'oignons,
Quelques douzaines de gaillardes
Se crêpaient un jour le chignon.


Auf dem Markt von Briv'-la-Gaillarde
brach eines Tages ein Zickenkrieg zwischen Dutzenden von stämmigen Weibern aus
weil sie sich über Zwiebel stritten.

Das ganze Liedtext steht hier
http://www.poemes.co/hecatombe.html
Aux Niçois qui mal pensent des savants de Marseille
Benutzeravatar
Valdok
 
Beiträge: 1379
Registriert: Di, 21. Jun 2011 19:22
Wohnort: Bagneux frankreich

Re: Georges Brassens

Beitragvon michelmau » Mi, 14. Aug 2019 11:41

Und immer wieder Brassens
Ein Lied , das sich viele Menschen anhören sollten :
Le temps ne fait rien à l'affaire: (Alter ändert nichts an der Sache.)
https://www.youtube.com/watch?v=7rUyfaiZHVQ
Die Worte vom Lied :
http://www.brassens-cahierdechanson.fr/ ... faire.html
"C'est curieux chez les marins ce besoin de faire des phrases." (Maitre Fourasse in "Les Tontons flingueurs.")
Benutzeravatar
michelmau
 
Beiträge: 4623
Registriert: So, 03. Dez 2006 12:35
Wohnort: Elsass


Zurück zu Französische Musik

 


  • { RELATED_TOPICS }
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast