|
|
| Autor |
Nachricht |
Avonlea

Anmeldedatum: 13.04.2008 Beiträge: 1139 Wohnort: NDS/HH
|
Verfasst am: Mo, 14. Sep 2009 21:11
Titel: franko-kanadische Musik
|
|
|
Ich möchte in dieser Kategorie mal franko-kanadische Musiker vorstellen. Gerade in den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die französischsprachige kanadische Kunst weiterentwickelt, von Frankreich gelöst und findet eine eigene Identität, ist kanadisch aber totzdem noch erkennbar von europäischer Kunst beeinflusst.
Frankokanadische Musiker haben es in Kanada nicht leicht; im Québec leben so wenig Menschen, dass Bands kaum richtig touren und sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Zentrum der Musik bleibt daher Montréal allein, wo sie auch mit anglophoner Musik konkurrieren. Will ein kanadische Musiker Erfolg haben und von seiner Musik leben, muss er nach Frankreich kommen oder Englisch singen. Aber auch das ändert sich langsam.
Das Musiklabel Audiogramm wurde 1980 im Quebec gegründet um vor allem französische Musik in Kanada zu fördern und tut dies bis heute.
Daniel Bélanger ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Musiker seines Genres. Er verbindet Elemente aus Rock, Electronic und vor allem Folk.
1962 wurde er in Montréal geboren und veröffentlichte 1992 sein erstes Album "Les Insomniaques s'amusent", welches auch das Lied "Sèche tes pleurs" (Trockne deine Tränen) enthält, eines seiner bekanntesten Lieder. Eine klassische Trennungsgeschichte, aber mit einer großen Prise Ironie, die typisch für seine Texte ist. Auf das erste Album folgen sechs weitere, zuletzt 2007 "L'échec du matériel", welches wie seine Vorgänger von den Kritikern gelobt wurde und so einige Preise und Nominierungen bekam.
Als sein bisher bestes Album wird aber "Rêver mieux" angesehen, welches 2001 in Kanada erschien.
Joli Chaos aus 2008 ist ein Best Of-Album mit 19 "greatest hits" und zehn Raritäten, B-Seiten und bisher unveröffentlichten Liedern. Kanadische Musik jenseits von Céline Dion.
Linksammlung
Website von Bélanger
Sèche tes pleurs
Rêver mieux
weitere franko-kanadische Musiker
|
|
|
 |
edwin

Anmeldedatum: 21.11.2008 Beiträge: 1638 Wohnort: am meer 85
|
Verfasst am: Di, 15. Sep 2009 10:06
Titel:
|
|
|
|
|
|
 |
Avonlea

Anmeldedatum: 13.04.2008 Beiträge: 1139 Wohnort: NDS/HH
|
Verfasst am: Sa, 09. Jan 2010 21:26
Titel:
|
|
|
Noch eine franko-kanadische Band:
Karkwa kommen -natürlich- aus Montréal und machen seit 1998 zusammen Musik. Ein Jahr später haben sie nach dem Gewinn eines Nachwuchswettbewerbes eine Tour durch Frankreich gemacht, mit Hilfe des französisch-quebekanischen Jugendwerkes (schreibt man das wirlich so? Quebekanisch? Hm.).
2003, nach einigen Umformungen in der Band, erschien das erste Album Le pensionnat des établis, es folgte zwei Jahre später Les tremblements s'immobilisent und schließlich 2008 ihr bisher bestes und erfolgreichstes Album Le volume du vent. Auch Karkwa, deren Name zurückgeht auf das französische Wort "carquois", der Köcher, vorin man Pfeile reintut, erscheinen beim Label Audiogramm.
Vier Preis haben die jungen Musiker 2008 bei den kanadischen Victoires de la Musique bekommen, in den Kategorien Alternativ-Album des Jahres, Band des Jahres, Singer/Songwriter des Jahres und Bestes Musikvideo.
Das Quintett um den Sänger und Gitarristen Louis-Jean Cormier schreibt Songs, die recht dunkel sind, mit Themen wie Obdachlosigkeit, Winter, Kaltherzigkeit. es kommen viele verschiedene Intrumente zum Einsatz, man spielt vor allem mit dem Kontrast weich/hart, manchmal trifft eine krachende E-Gitarre auf die sehr sanfte Stimme des Sängers, manchmal ist der Text sehr dunkel und die Musik fast fröhlich. Für die Kompostion der Songs sind verschiedene Bandmitglieder verantwortlich, sodass viel Platz ist für die Kreativität aller.
Ein Lied ihres 2008er Albums ist "Le solstice", das die Vertonung eines hervorragenden Gedichts des kanadischen Lyrikers Pierre Nepveu ist. Hier findet sich auch die Zeile, die dem Album den Titel gegeben hat:
J'écrirai une page sur le bonheur
en craignant ses bruits de fond
en me méfiant de ses moiteurs
Je l'écrirai la nuit quand le ciel
gomme ses lignes des vie
et que les arbres éteints
haussent le volume du vent.
Neben diesem Lied sind die Highlights auf dem Album auch noch "Oublie pas", eine simple Geschichte, die aber musikalisch sehr schön umgesetzt wurde und mit Marie-Pierre Fournier noch eine Sängerin ins Boot holt, deren Stimme man auf diesem Album öfter hören kann, sowie der Opener "Le compteur" und das Lied, das die erste Single war: "Echapper au sort" und von einem Clochard handelt, der versucht den Winter zu überleben:
Banc de parc et bain public
caravane des chiens perdus
dans le plus droit des obliques
la descente ne se sent plus
Hin und wieder hört man die Besonderheiten des Kanadisch-Französischen, etwa wenn der Laut [ai] wie in "les mains" getrennt ausgesprochen wird oder wenn englische Worte übernommen werden: "faire shiner la façade".
Links
Comic-Video zu "Oublie pas"
"Le solstice" live und akustisch
Das gezeichnete Video zu "Echapper au sort"
bei Myspace
Homepage _________________ Il y a deux sortes de cyclistes : ceux qui se font frapper par les automobilistes, et ceux qui frappent les piétons.
Benjamin Dereca
|
|
|
 |
schneewitchen
Anmeldedatum: 29.05.2009 Beiträge: 26
|
Verfasst am: Di, 12. Jan 2010 22:45
Titel:
|
|
|
Wer sich für franko-kanadische Musik interessiert, wird auch hier fündig:
http://www.quebecpop.com/MenuPrincipal2.htm
"Will ein kanadische Musiker Erfolg haben und von seiner Musik leben, muss er nach Frankreich kommen oder Englisch singen."
Da muss ich dir Recht geben. Es gibt einige hervorrragende Musiker aus Quebec, die frazösisch singen und meist nur in dieser Provinz bekannt sind, z. B. Daniel Lavoie oder Bruno Pelletier.
Ich find es sowieso schade, dass französische Musik allgemein hierzulande auf wenig Begeisterung stößt. Sogar spanische und italienische Musik findet mehr Anhänger als französische. Und solche Schnulzesänger wie Ramazotti ganz gut ankommen.
|
|
|
 |
Avonlea

Anmeldedatum: 13.04.2008 Beiträge: 1139 Wohnort: NDS/HH
|
Verfasst am: So, 25. Apr 2010 21:35
Titel:
|
|
|
Ich möchte noch einen franko-kanadischen Musiker vorstellen:
Xavier Caféïne -natürlich wieder- aus Montréal.
Reichlich Pop kommt aus Kanada, anglo-kanadische (Arcade Fire, Weakerthans... und am Ende der Reihe Avril Lavigne und Brian Adams) also auch franko-kanadische (siehe oben). An Stromgitarren und knackigen Texten fehlt es aber vor allem auf der französischen Seite manchmal. Gut, dass es da Xavier Caféïne gibt, für die jüngere Generation. Der Montréaler ist neben in Kanada vor allem in Deutschland (einigermaßen) bekannt, und das kam so:
Vor ein paar Jahren veranstaltete der Jungedsender des NDR, N-Joy, in Kooperation mit dem Independant-Label Silversonic einen Musikwettbewerb, zu gewinnen gab es einen Plattenvertrag. Das war eher ein kleiner Wettbewerb, bei der Art von Musik muss sowas im Spätprogramm laufen, wenn die Masse nicht mehr zuhört sondern Fernseh guckt. Xavier Caféïne gewann einstimmig, und das ist ein Wunder. Immerhin geht es hier um französischsprachige Musik und die hat es in Deutschland sehr sehr schwer, wenn sie nicht von den ganz großen Künstlern kommt und Leute mittleren Alters als Zielgruppe hat. Silversonic zweifelte auch on air an dem Erfolg dieses Experiments, aber gewonnen ist gewonnen!
Caféïne, der grundsätzlich nur schwarz trägt, sich in einer Kajalstiftphase befindet und selbstverständlich tatoowiert ist, gewann mit dem Song La fin du monde. Er singt von den üblichen Punk-Themen, übt Gesellschaftskritik und erzählt Geschichten aus Montréal. Seiner Heimatstadt hat er auch einen Song gewidmet:
Montréal (Cette ville)
C'est l'hiver, mais la neige et le froid
Ne font plus pleurer mes yeux
Depuis que j'ai le couer en porcelaine
J'ai vu un hirondelle et je l'ai pourchassée
Moi le chat, qui se bat dans les ruelles
J'ai pleuré après l'avoir dévorée
Cette ville va me rendre fou
Cette ville va me rendre complètement fou
Elle va me rendre complètement fou...
Im letzten Jahr erschien in Kanada sein zweits Soloalbum mit dem Titel "Bushido". Ob das auch wieder in Deutschland veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. Man kann das Album komplett hören auf seiner Homepage:
http://www.xaviercafeine.com/
Weitere Links:
Wikipedia in Englisch
Silversonic, links bei current artists findet man ihn
bei Myspace
Artikel bei voir.ca
Interview _________________ Il y a deux sortes de cyclistes : ceux qui se font frapper par les automobilistes, et ceux qui frappent les piétons.
Benjamin Dereca
|
|
|
 |
allfra
Anmeldedatum: 10.11.2009 Beiträge: 39
|
|
|
 |
Avonlea

Anmeldedatum: 13.04.2008 Beiträge: 1139 Wohnort: NDS/HH
|
Verfasst am: So, 06. Jun 2010 21:05
Titel:
|
|
|
Die oben schon portätierten Karkwa haben in Kanada im März ihr neues Album "Les chemins de verre"("Die Glaswege") (Das klingt stark nach einem Wortspiel mit chemins de fer, also Eisenbahnstrecke) veröffentlicht. Demnächst wird es wohl auch in Europa erscheinen.
Anhören kann man das komplette Album hier. Ich finde, es ist wieder sehr kreativ geworden. Ein schönes Spiel mit der Musik, Worten und Klängen. _________________ Il y a deux sortes de cyclistes : ceux qui se font frapper par les automobilistes, et ceux qui frappent les piétons.
Benjamin Dereca
|
|
|
 |
michelmau

Anmeldedatum: 03.12.2006 Beiträge: 1481 Wohnort: Elsass
|
|
|
 |
Gretchen

Anmeldedatum: 28.01.2010 Beiträge: 377 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: So, 20. Jun 2010 21:30
Titel:
|
|
|
dieses video ist nicht verfügbar!
vielelicht muss ich erst 1000 km westwärts ziehen...
|
|
|
 |
Gretchen

Anmeldedatum: 28.01.2010 Beiträge: 377 Wohnort: Berlin
|
|
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|